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Die Insel in der Vogelstraße



Uri Orlev erzählt in Die Insel in der Vogelstraße, wie der elfjährige Alex, der seine Mutter verliert, fünf Monate in einer Ruine (seiner "Insel") in einem polnischen Getto überlebt, in das er flüchten kann, als sein Vater mit anderen Juden zusammen abtransportiert wird.

Das Buch stellt die Alltagsprobleme, Gefühle und Gedanken des Kindes in den Mittelpunkt. Dadurch wird dem jungen Leser die Identifikation mit dem Protagonisten erleichtert, ohne von der Schwere des jüdischen Schicksals unter der Nazi-Diktatur erdrückt zu werden. Dennoch sind alle Ereignisse wie die Verdrängung der Juden ins Getto, ihre Isolierung dort, die Deportation aus dem Ghetto in die Vernichtungslager, aber auch Korruption und Verrat auf der einen und Widerstand auf der anderen präsent.

Das Buch arbeitet ohne moralischen Zeigefinger und macht vor allem deutlich, wozu auch ein Kind unter außergewöhnlichen Umständen fähig ist und dass selbst unter widrigen Umständen Hilfsbereitschaft, menschliche Wärme und Liebe zu finden sind.

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