Niederländische Dialekte sind (nach einer gängigen Definition) Dialekte, die mit dem Niederländischen verwandt sind und im Verbreitungsgebiet des Niederländischen gesprochen werden. Heute werden zu den Niederländischen Dialekten die Dialekte jener Gebiete gerechnet, wo das heutige Niederländische die Kultur- und auch Schriftsprache ist, unabhängig von ihrem Bezug zum Niederländischen.
Damit heben sie sich von den benachbarten niederdeutschen Dialekten ab, die ihrerseits sehr stark der deutschen Hochsprache unterworfen und auch von dieser beeinflusst worden sind.
In der älteren Literatur wurden die niederländischen Dialekte wegen ihres unverschobenen Charakters (fehlende 2. Lautverschiebung) auch zu den niederdeutschen Dialekten gerechnet und vielfach als Niederdeutsches Sprachgebiet in den Niederlanden und in Belgien bezeichnet. In der heutigen Sprachwissenschaft wird dieser Zustand nicht mehr geteilt und vielmehr von einem kontinentalwestgermanischen Dialektkontinuum gesprochen. Die ?traditionelle Zuordnung? der niederländischen Dialekte zum Niederdeutschen findet sich heute fast ausschließlich in der nichtwissenschaftlichen Sekundar-Literatur wieder.[1][2][3][4]
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Der Begriff niederländische Dialekte ist nicht einfach zu definieren. Es gibt verschiedene mögliche Definitionen.
Ein mögliches Kriterium wäre die (teilweise enge) Verwandtschaft zwischen einzelnen Dialekten und Sprachen. Dieses Kriterium führt allerdings zu folgendem Problem: Niederdeutsche und ostniederländische Dialekte sind sehr eng miteinander verwandt. Aber Niederländer würden erstere nicht "niederländische Dialekte" nennen, die zweiten hingegen wohl. Außerdem ist es sehr schwierig, den Verwandtschaftsgrad zwischen Dialekten genau festzustellen. [5]
Der belgische Sprachwissenschaftler Guido Geerts zeigt, welche Probleme und Unsicherheiten entstehen können, wenn man das niederländische Sprachgebiet nicht an Staatsgrenzen, sondern an Dialektmerkmalen festmacht. Ein Dialekt wie der von Bentheim (Deutschland) ist der niederländischen Standardsprache ähnlicher als der Dialekt von Maastricht (Niederlande) oder Hasselt (Belgien). Umgekehrt überwiegen in den Dialekten östlich der Benrather Linie aber die deutschen Merkmale, z.B. im Dialekt von Kerkrade oder Vaals (beide in den Niederlanden). Allerdings gibt es auch Merkmale in den Dialekten von Kerkrade und Aachen, die im Niederländischen, aber nicht im Deutschen vorkommen. Auf einer rein sprachlichen Grundlage ist also nicht zu entscheiden, ob die Sprache eines Ortes niederländisch oder deutsch zu nennen ist. Aus diesem Grund verzichtet Geerts auf eine rein sprachliche Definition. [6]
Der belgische Sprachwissenschaftler Jan Goossens hat vorgeschlagen, den Grad der Verwandtschaft zu kombinieren mit der Überdachung durch die niederländische Standardsprache. Nach dem kombinierten Kriterium sind die Dialekte niederländisch, die mit dem Niederländischen verwandt sind und die dort gesprochen werden, wo das Niederländische - und keine enger verwandte Sprache - die Kultursprache ist. Die Einschränkung "keine enger verwandte Sprache" in diesem Kriterium ist nötig, um die friesischen und die niederländischen Dialekte auseinanderzuhalten. Goossens geht davon aus, dass im größten Teil der niederländischen Provinz Friesland das Friesische die Kultursprache ist (neben dem Niederländischen). Da die dortigen Dialekte enger mit dem Friesischen verwandt sind als mit dem Niederländischen, handelt es sich um friesische, nicht um niederländische Dialekte. Die niederländischen Dialekte in Französisch-Flandern wären nach diesem Kriterium keine niederländischen Dialekte, weil in Französisch-Flandern das Niederländische keine Kultursprache ist. Goossens merkt dazu an, dass sein Kriterium nicht rein sprachlich, sondern eher soziolinguistisch ist. Er argumentiert, dass man mit einer rein sprachlichen Definition des Begriffs nicht vernünftig arbeiten kann. [5]
In der Nachkriegszeit hat sich die Lage der niederländischen Dialekte stark verändert. Viele Dialektologen stellen fest, dass die Dialekte in fast allen Gebieten der Niederlande von der Standardsprache verdrängt werden. Gleichzeitig beeinflusst die Standardsprache die Dialekte stark. Die Ortsdialekte werden immer mehr durch Regiolekte ersetzt, also durch regionale Umgangssprachen, die zwischen Dialekt und Standardsprache angesiedelt sind. Dies hat verschiedene Gründe:
Im 19. Jahrhundert sprachen auf dem Lande die meisten Menschen fast nur Dialekt, auch wenn sie in der Schule das Lesen und Schreiben der Standardsprache lernten. Im 20. Jahrhundert gab es in den ländlichen Gegenden der Niederlande eine Diglossie (Zweisprachigkeit), das heißt, dass Dialekt und Standardsprache neben einander existierten. Dabei gehörten sie in unterschiedliche Lebensbereiche und hatten unterschiedliche Aufgaben. Dialektgebrauch war an die mündliche Kommunikation gebunden, die Standardsprache an die schriftliche Kommunikation. [7]
In den Städten, besonders in den größeren, gab es keine Diglossie, also keine Aufgabenteilung von Dialekt und Standardsprache, sondern eher eine Konkurrenz zwischen den beiden. Die Standardsprache hatte ein hohes Ansehen. Sie war gleichzeitig ein Zeichen für sozialen Aufstieg und die Voraussetzung für sozialen Aufstieg. Die Standardsprache wurde maßgeblich, während der Dialekt zum Kennzeichen der Unterschicht wurde. Auf dem Lande gab es ein Nebeneinander von Standardsprache und Dialekt, in der Stadt ein Übereinander. Dies führte zu einem starken Einfluss der Standardsprache auf die Stadtdialekte. [7]
In der Nachkriegszeit entstanden Regiolekte (Regionalsprachen), die die Ortsdialekte zunehmend verdrängen. Die Unterschiede sind nun nicht mehr geographisch, also zwischen zwei Dörfern oder Gegenden, sondern sie liegen im Abstand zur Standardsprache. Manche Sprachvarianten sind sehr nahe an der Standardsprache, andere weit davon entfernt. [7]
Seit Mitte der 1960er Jahre versuchen die meisten niederländischen Eltern, mit ihren Kindern in der Standardsprache zu sprechen, um die Kinder vor vermeintlichen oder tatsächlichen Nachteilen zu bewahren. Wenn die Eltern aber selber die Standardsprache nicht genügend beherrschen, kann das zu Problemen führen, wenn die Kinder diese Standardsprache in der Schule anwenden sollen. In manchen Gemeinden gibt es deshalb Versuche, in der Schule den Dialekt der Schulkinder besonders zu berücksichtigen und eine Zweisprachigkeit (Dialekt und Standard) herzustellen oder zu erhalten, z.B. in Kerkrade. [7]
Eine Dialektrenaissance gibt es in den Niederlanden nicht (Stand: 1992). Zwar sagen viele Niederländer, dass die Dialekte erhalten werden sollen, aber das führt nicht dazu, dass mehr Dialekt gesprochen wird. [7]
Die Regiolekte aus dem Westen der Niederlande üben einen immer größeren Einfluss auf die gesprochene Standardsprache aus. Regionale Sprachformen gelangen von den Regiolekten in die gesprochene Standardsprache von Menschen aus der Mittel- und Oberschicht. In Flandern stößt diese Form der Standardsprache auf viel Kritik. [7]
Im niederländischsprachigen Teil von Belgien (Flandern) gab es lange Zeit keine niederländische Kultursprache, sondern nur die Dialekte. Als Kultursprache diente das Französische. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde in Belgien die "doppelte Einsprachigkeit" eingeführt. Dies bedeutete, dass im Norden des Landes das Niederländische die alleinige Amtssprache und Schulsprache wurde, und im Süden des Landes das Französische. Nach Einführung der "doppelten Einsprachigkeit" fing die Mittelschicht in Städten wie Antwerpen, Löwen oder Mechelen an, das Niederländische als Kultursprache zu benutzen. Dieses Niederländisch war allerdings von Dialekten geprägt, weil die Dialekte eine wichtige Rolle spielten. Außerdem klang es altertümlicher und schriftsprachlicher als die Standardsprache in den Niederlanden, weil viele Sprecher sich die Standardsprache aus Büchern beibrachten. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die niederländische Standardsprache in ganz Flandern bekannt (also nicht nur in der städtischen Mittelschicht). Dies bedeutet allerdings nicht, dass diese Standardsprache auch allgemein verwendet wird. Die niederländischsprachigen Belgier beherrschen die Standardsprache im Durchschnitt nicht so sicher wie die Niederländer. Die Dialekte sind im Alltag der meisten niederländischsprachigen Belgier wichtiger als die Standardsprache. Die Standardsprache im Norden von Belgien ist stärker von den Dialekten beeinflusst als in den Niederlanden. Bis in die frühen 70er Jahre den 20. Jahrhunderts wurde die niederländische Standardsprache von den meisten niederländischsprachigen Belgiern nur selten gesprochen, sondern nur geschrieben. Es gab also eine Diglossie, eine Aufgabenteilung zwischen Dialekt und Standardsprache. [7]
Manche Sprachwissenschaftler unterscheiden beim Niederländischen in Belgien fünf Sprachformen, die allerdings fließende Übergänge haben:
Umfragen in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts haben gezeigt, dass die meisten niederländischsprachigen Belgier den Dialekt für ungeeignet halten für den Gebrauch in Schule und Massenmedien. Ungefähr die Hälfte der Befragten hält ihn geeignet für die Kommunikation zwischen Eltern und Kinder. [7]
Ende der 70er Jahre wurde eine Umfrage an allen flämischen Universitäten durchgeführt. Dabei zeigte sich: nicht mit Dialekt aufgewachsen waren
Bei einer Umfrage in der Provinz Westflandern im Jahre 1987 sagten 98% der Befragten, dass sie regelmäßig Dialekt sprechen. Ähnliche Umfragen in Brabant (1985) und Limburg (1987) zeigten, dass es dort große Unterschiede gibt bei den Fragen, wie gut man Dialekt beherrscht, wie oft man ihn spricht und wie man den Dialekt (gefühlsmäßig) bewertet. Das heißt, dass die Dialekte in Westflandern noch von sehr großen Teilen der Bevölkerung verwendet werden, während in anderen Provinzen bestimmte Teile der Bevölkerung andere Sprachformen vorzieht. [7]
Die niederländischen Dialekte sind immer wieder unterschiedlich gegliedert worden. Es hat sich gezeigt, dass eine eindeutige Gliederung nicht einfach zu finden ist.
Am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts spielten die alten germanischen Stämme eine wichtige Rolle bei der Dialektgliederung. So kam man zu Einteilungen in fränkische, sächsische und friesische Dialekte, wobei die feineren Unterteilungen nach Provinzen benannt wurden. Man erkannte allerdings, dass die Dialektgrenzen keine alten Stammesgrenzen sind. Man behielt die alten Begriffe fränkisch, sächsisch und friesisch bei, verzichtete aber darauf, sie mit den alten Franken, Sachsen und Friesen in Verbindung zu bringen. Man benutzte sie nur noch als Namen in der Grobgliederung. [5]
Später zeichnete man Dialektkarten auf Grundlage von Isoglossen. Das heißt, man untersuchte z.B. in welchen Gegenden ein bestimmter Laut als Monophthong oder als Diphthong ausgesprochen wurde und zeichnete zwischen den beiden Gegenden eine Linie (Isoglosse) ein. Allerdings hat diese Methode den Nachteil, dass derjenige, der die Karte zeichnet, selber entscheidet, welche sprachlichen Unterschiede er für wichtig hält und einzeichnet, und welche er für unwichtig hält und weglässt. [5]
Eine andere Methode, Dialekte einzuteilen, beruht auf der Einschätzung der Sprecher. Man befragt Dialektsprecher, welche anderen Dialekte dem eigenen ähnlich sind. Falls ein gewisses Maß an Ähnlichkeit besteht, zeichnet man einen Pfeil von einem Dialekt zu anderen, daher der Name pijltjesmethode ("Pfeilmethode"). Allerdings ist nicht sicher, ob die so erhaltenen Informationen verlässlich sind. In der Praxis muss der Forscher diese Informationen noch überprüfen, und zwar auf Grund eigener Erfahrungen oder mit Hilfe anderer Forscher. [5]
Politische und religiöse Grenzen können Einfluss haben auf die Verbreitung von sprachlichen Merkmalen.
Die Gete-Linie, eine Dialektgrenze im Osten von Belgien, ist zwischen Halen (östlich von Diest) und Zoutleeuw (östlich von Tienen) die alte Grenze zwischen dem Herzogtum Brabant einerseits und der Grafschaft Loon und dem Prinzbistum Lüttich andererseits. Östlich dieser Dialektgrenze liegen die Orte Donk, Rummen, Graze und Binderveld, die früher zu Loon gehörten. Westlich dieser Dialektgrenze liegen die Orte Halen, Geetbets, Zoutleeuw und Melkwezer, die früher zum Herzogtum Brabant gehörten. [6]
Seeländisch-Flandern (Zeeuws-Vlaanderen) ist ein Gebiet im südlichen Seeland, am Unterlauf der Schelde. Dieses Gebiet war während des Achtzigjährigen Krieges hart umkämpft und hat mehrfach den Besitzer gewechselt. Während des Krieges wurden die Deiche vernachlässigt oder aus strategischen Gründen durchstochen, sodass um 1590 das Gebiet größtenteils überschwemmt war und teilweise entvölkert. Der Westen des Gebietes und das Axeler Land (in der Gemeinde Terneuzen) wurden von Seeland her neu besiedelt, und zwar mit protestantischer Bevölkerung. Das Hulster Land (weiter im Osten des Gebietes) wurde vom Waasland aus neu besiedelt, also vom katholischen Flandern her. Die höher gelegenen Gebiete wurden nicht überschwemmt und blieben katholisch. Außerdem hatte die Überschwemmung Land weggespült und dort Wasserarme entstehen lassen. Die Bevölkerungsverschiebungen, die konfessionellen Gegensätze und die neu entstandenen Wasserarme führten dazu, dass in Seeländisch-Flandern Dialektgrenzen häufiger als anderswo mit der Staatsgrenze zusammenfallen. [8]
Die katholischen Orte in Seeländisch-Flandern (Niederlande), z.B. Eede, Heille, Sint-Kruis und Biezenpolder, hatten viel Kontakt mit dem ebenfalls katholischen Ostflandern (Belgien). Über diese Kontakte sind viele französische Begriffe in die Ortsdialekte gekommen. [6]
Im niederländischsprachigen Teil von Belgien gibt es seit einigen Jahrzehnten das Phänomen, dass sich brabantische Wörter in Westflandern, Ostflandern und Belgisch-Limburg ausbreiten. Dabei können die brabantischen Wörter auch Wörter aus der Standardsprache verdrängen. Dies wird brabanter Expansion (Brabantse expansie) genannt. Beispiel: Limburger, die von Haus aus kapelaan ("Kaplan") sagen, können in ihrem Standardniederländisch das brabantische Wort onderpastoor verwenden, obwohl in der Standardsprache kapelaan gebräuchlich ist. [6]
Die moderne Staatsgrenze zwischen Deutschland und den Niederlanden war früher keine bedeutende Dialektgrenze. Dialektgrenzen im ostniederländisch-westniederdeutschen Raum verliefen nur selten entlang der Staatsgrenze. In dieser Gegend gab es ein kontinentalwestgermanisches Dialektkontinuum, das die deutschen und niederländischen Dialekte umfasste. Dieses Dialektkontinuum löst sich in den letzten Jahrzehnten jedoch immer stärker auf.
Der deutsche Sprachwissenschaftler Theodor Frings schrieb bereits 1926, dass die Staatsgrenze im Begriff ist, zur Dialektgrenze zu werden. [9]
Der Sprachwissenschaftler Hermann Niebaum stellt fest, dass das alte Dialektkontinuum entlang der Ems, zwischen Vechte und Dollart, ganz offensichtlich in der Auflösung begriffen ist. Dies hat mehrere Gründe:
Auch weiter südlich, im Gebiet zwischen Vechte und Niederrhein gibt es ähnliche Entwicklungen. Besonders beim Wortschatz gibt es hier eine markante Kluft zwischen den ostniederländischen und den westniederdeutschen Dialekten. Aber auch beim Kommunikationsverhalten gibt es deutliche Unterschiede: auf niederländischer Seite werden die Dialekte besser beherrscht und häufiger gebraucht als auf der deutschen Seite. [11]
Die Erkenntnis, dass die Staatsgrenze zur Dialektgrenze wird, lässt sich auch auf andere deutsch-niederländische Grenzgegenden übertragen. [12]
An der Staatsgrenze zwischen Belgien und den Niederlanden gibt es in der Regel keinen Wechsel der Standardsprache. Die Dialekte werden dort also durch dieselbe Standardsprache beeinflusst.
Bei den Dialekten nördlich und südlich der Staatsgrenze gibt es gewisse Unterschiede in allen Bereichen der Sprache: Phonologie, Morphologie, Syntax und Lexikon. Die Ähnlichkeiten sind jedoch wesentlich größer als die Unterschiede. Diese Unterschiede sind bei Wortschatz und Redensarten am größten, bei Morphologie und Syntax am geringsten. Innerhalb des Wortschatzes sind die Unterschiede bei den modernen Lehnwörtern (aus den letzten 100 bis 150 Jahren) am größten. Die Dialekte südlich der Staatsgrenze verwenden hier häufig Lehnwörter aus dem Französischen. Die Dialektunterschiede in der Nähe der Staatsgrenze sind in den Provinzen Flandern und Brabant größer als im Raum Limburg, weil die niederländisch-belgische Grenze, die Limburg teilt, erst 1830 zustande kam (Belgische Revolution), während die Grenze, die Flandern und Brabant teilt, schon 1648 (Westfälischer Friede) festgelegt wurde. Es gibt keine Dialektgrenze, die vollständig entlang der Staatgrenze verläuft. Mal verläuft eine Dialektgrenze in der Nähe der Staatsgrenze, mal verläuft sie nur entlang einer Teilstrecke der Grenze. [8]
Französisch-Flandern (Frans-Vlaanderen) ist der nördliche Teil des Département du Nord. Dieses Gebiet gehört seit 1678 (Friede zu Nijmegen) zu Frankreich. In diesem Gebiet sprechen einige Menschen, besonders ältere Menschen auf dem Lande, einen niederländischen Dialekt, genauer gesagt: einen westflämischen. Die Staatsgrenze zwischen Frankreich und Belgien ist hier zu einer sekundären, also weniger wichtigen Dialektgrenze geworden. Die Einheitlichkeit des Sprachsystems auf beiden Seiten der Grenze wurde nur zum Teil zerbrochen. Allerdings hat die Isolierung der Flämischsprecher in Nordfrankreich dazu geführt, dass eine neue Sprachgemeinschaft entstand. Dadurch konzentrieren sich Dialektunterschiede, besonders im Wortschatz, mehr und mehr an der Staatsgrenze. Dabei gibt es folgende Entwicklungen: