Otto Bickenbach (* 11. März 1901 in Ruppichteroth im Rheinland; ? 26. November 1971 in Siegburg) war ein deutscher Internist und Professor an der Reichsuniversität Straßburg. Er führte im KZ Natzweiler-Struthof Giftgasversuche an Häftlingen durch.
Bickenbach, seit 1. Mai 1933 Mitglied der NSDAP und außerdem SA-Mitglied, war ab April 1934 nach der Entlassung Siegfried Thannhausers für ein halbes Jahr kommissarischer Leiter der Medizinischen Klinik der Universität Freiburg.[1]
Später war er Assistent von Johannes Stein an der Universität Heidelberg, dann ab 24. November 1941 außerordentlicher Professor an der Reichsuniversität Straßburg. Dort war er Direktor der Medizinischen Poliklinik und gemeinsam mit Rudolf Fleischmann Direktor des Forschungsinstitutes der medizinischen Fakultät.[2]
Im August 1943 war im KZ Natzweiler-Struthof eine Gaskammer für medizinische Menschenversuche in Betrieb genommen worden. Bickenbach und sein Assistent Helmut Rühl führten im Jahr 1944 in dieser Gaskammer Giftgasversuche mit Phosgen durch. Mehr als 100 Häftlinge, hauptsächlich damals als solche bezeichnete Zigeuner, die für medizinische Versuche aus dem KZ Auschwitz nach Natzweiler-Struthof verlegt worden waren, wurden im Zuge dieser Versuche ermordet.
Bickenbach wurde 1947 verhaftet und 1952 zu 20 Jahren Haft, in einem zweiten Prozess im Dezember 1954 vor einem Militärgericht in Metz dann gemeinsam mit seinem Straßburger Kollegen Eugen Haagen zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt. 1955 kamen beide im Rahmen einer Amnestie frei. Bickenbach führte anschließend als Internist eine Arztpraxis in Siegburg.[1] Das Berufsgericht für Heilberufe in Köln kam 1966 zu der Einschätzung, Bickenbach habe durch seine Beteiligung an den Versuchen in den Konzentrationslagern seine Berufspflichten nicht verletzt.[3]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bickenbach, Otto |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Internist, führte im KZ Natzweiler-Struthof Giftgasversuche an Häftlingen durch |
| GEBURTSDATUM | 11. März 1901 |
| GEBURTSORT | Ruppichteroth |
| STERBEDATUM | 26. November 1971 |
| STERBEORT | Siegburg |