Die Schnürsenkel, Schnürbänder, Schnürriemen, Schuhbänder, Schuhbanderl oder Schuhbändel (Schweiz, Baden-Württemberg) sind Bänder oder Schnüre, die dazu dienen, Schuhe mit einem Schnürverschluss zu verschließen, um deren Halt am Fuß zu gewährleisten.
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Wann die ersten Schuhbänder aufkamen, weiß man nicht genau. Beim Fund der Eismumie Ötzi am Schnalstaler Gletscher, trug diese bereits Schuhe, die mit einer Art Schnürsenkel (Lederband) verschlossen waren.
In der Neuzeit kamen Schnürbänder für den Schuhverschluss in England vermutlich um 1790 auf. Vorher wurden Schuhe mit Hilfe von Schnallen geschlossen. Schuhe, die durch Schnürsenkel verschlossen werden, nennt man Schnürschuhe bzw. Schnürstiefel.
Schnürsenkel werden vor allem nach Aussehen (Flachsenkel und Rundsenkel), Herstellungsweise (gewebt oder geflochten) und Material (Baumwolle, Kunstfaser oder Mischungen, selten Lederbänder) unterschieden. Darüber hinaus gibt es noch weitere Unterscheidungsmerkmale, wie die Art der Färbung, Vorhandensein einer Lüstrage (sogenannte "gewachste Senkel") und ob es sich um Fein- oder Grobsenkel handelt.
Die ?Nadel? genannten Senkelenden sind entweder zu einem ?Stift? zusammengeschweißt (nur bei Kunststoffsenkeln möglich), mit einer Kunststofffolie (?Benadelung?) umsiegelt oder mit einer Metallkappe (?Pinke?) versehen. Dies verhindert ein Ausfransen und gewährleistet ein problemloses Einfädeln. Daneben gibt es auch den so genannten Senkelbehang (Tasseln, Bommeln) zur Zierde.
Gedrehte Schnürsenkel (?Spyrolaces?, ?NO-TIE-LACES? oder auch ?Spiralschnürbänder?[1] aus den USA wurden entwickelt, um Menschen, denen das Zuschnüren schwer fällt, zu helfen: Ein Ziehen an den beiden Enden reicht aus, um die Schnürung bleibend zu straffen. Neben diesen gedrehten Schnürsenkeln können ebenso einfache elastische Schnürsenkel verwendet werden. Nach dem einmaligen Binden können die Schuhe dann einfach mit dem Schuhlöffel angezogen werden, ohne die Schnürsenkel wieder zu binden. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Kordelstoppern [2], mit denen die Senkel einfach zugezogen werden. Damit entfällt das für manche mühsame Binden oder Bücken beim Anziehen der Schuhe.
Schnürsenkel haben durch die Art und Reihenfolge, wie sie durch die Schnürösen gefädelt werden, Einfluss auf das Gesamterscheinungsbild des Schuhs. Man unterscheidet grob in Parallelschnürung (für elegante Schuhe, Modelltyp Oxford), Kreuzschnürung (sportliche Schuhe, Modelltyp Derby) oder Kombinationsschnürungen.
Der übliche Knoten, mit dem die Schnürsenkelenden zusammengeknotet werden, ist die Schuhschleife.
Die für ein bestimmtes Paar Schuhe benötigte Länge der Schnürsenkel ist in erster Linie von der Anzahl der Schnürösen-Lochpaare abhängig, kann aber zusätzlich variieren (Breitschnürung, Engschnürung, Verwendung von Haken statt Ösen usw.) Ein Anhaltspunkt ist folgende Tabelle:
| Lochpaare | Länge (in cm) |
| 2 | 45 |
| 3 | 45 oder 60 |
| 4 | 60 |
| 5 | 75 |
| 6 | 90 oder 100 |
| 8 | 150 |
| 10 | 180 |
Die Senkelfarbe trägt stark zum Gesamterscheinungsbild des Schuhs bei. Bei klassischen Lederhalbschuhen ist die Senkelfarbe etwas dunkler als der Lederfarbton gehalten. Schwarze Lederhalbschuhe haben schwarze Senkel. Abweichungen von diesen Grundregeln sind bei betont modischen Lederschuhen zu finden. Sport- und Wanderschuhe lassen auch andere Senkelfarben zu.
Den Farben von Schnürsenkeln wird bei manchen Gesellschaftsgruppen (z. B. Punks oder Skinheads) teilweise eine politische Bedeutung zugeschrieben, die jedoch von Region zu Region unterschiedlich interpretiert werden kann. Ein bekanntes Beispiel ist das Tragen von weißen Schnürsenkeln in Doc Martens oder Stahlkappenstiefel: Je nach Interpretation soll diese Kombination Ausdruck einer rassistischen Gesinnung oder Zeichen der Einheit von Schwarzen und Weißen sein.