Wolfram Heinrich Friedrich Sievers (* 10. Juli 1905 in Hildesheim; ? 2. Juni 1948 in Landsberg am Lech) war Geschäftsführer der nationalsozialistischen Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe.
Inhaltsverzeichnis
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Geboren als Sohn eines evangelischen Kirchenmusikers, besuchte Sievers bis zum Jahr 1922 das Gymnasium Andreanum in Hildesheim. Um einem Schulverweis wegen seiner völkischen Gesinnung zuvorzukommen, verließ er vorzeitig (in der Obersekunda) die Schule. Im Anschluss erlernte er den Beruf des Buchhändlers. In die NSDAP trat er 1929 ein und machte dort schnell Karriere. Für ein Engagement in der rechten Dissidentengruppe um Friedrich Hielscher[1] gibt es indes keine Belege[2]. 1935 übernahm er die Geschäftsführung des ?Ahnenerbes? (Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe) und wurde 1943 stellvertretender Leiter des Beirats des Reichsforschungsamtes.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er im Nürnberger Ärzteprozess im Zusammenhang mit tödlichen Menschenversuchen angeklagt und am 20. August 1947 als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt.
Die Zeugenaussage von Sievers in den ersten Nürnberger Prozessen war einer der wichtigsten Anstöße zum Nürnberger Ärzteprozess. Bei seiner Vernehmung wurde man auf eine ?Skelettsammlung? des Anatomie-Professors August Hirt an der Reichsuniversität Straßburg aufmerksam. Wolfram Sievers hatte den Befehl dazu erteilt, mehr als 100 überwiegend jüdische KZ-Häftlinge im KZ Natzweiler-Struthof zu ermorden, um ihre Skelette zu präparieren. Einem Widerstandskämpfer, der heimlich Notizen machte, ist es zu verdanken, dass die Opfer Jahrzehnte später identifiziert werden konnten.
| PND: Datensatz zu Wolfram Sievers bei der DNB |
| Keine Treffer im DNB-OPAC, 01. Januar 2008 |
| Personendaten | |
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| NAME | Sievers, Wolfram |
| KURZBESCHREIBUNG | "Reichsgeschäftsführer" der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e. V. |
| GEBURTSDATUM | 10. Juli 1905 |
| GEBURTSORT | Hildesheim |
| STERBEDATUM | 2. Juni 1948 |
| STERBEORT | Landsberg am Lech |