Das HSAB-Konzept (auch Pearson-Konzept) ist das Akronym für ?Hard and Soft Acids and Bases?, also das Konzept der ?Harten und Weichen Säuren und Basen? und zählt zu den Säure-Base-Konzepten.
Der amerikanische Chemiker Ralph G. Pearson veröffentlichte das Konzept 1963.[1] Das HSAB-Konzept wird seither in vielen Bereichen der Chemie genutzt, um die Stabilität von Komplexverbindungen aber auch Reaktionsmechanismen zu erklären. Es basiert auf dem Lewis-Säure-Basen-Konzept, also auf der Reaktivität von Elektronenpaardonatoren (Lewis-Basen) und Elektronenpaarakzeptoren (Lewis-Säuren). Es findet in der Organik und in der Anorganik Anwendung zur Abschätzung von Reaktivitäten.
Inhaltsverzeichnis
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Innerhalb dieses Konzepts wird zwischen harten und weichen Basen sowie zwischen harten und weichen Säuren unterschieden.
| Hart | Weich |
|---|---|
| Kleine Ionenradien | Große Ionenradien |
| Hohe Ladungen | Geringe Ladungen |
| Geringe Polarisierbarkeit | Große Polarisierbarkeit |
Darüber hinaus sind harte Teilchen schwach polarisierbar (aber stark polarisierend) und weiche Teilchen leicht polarisierbar (aber schwach polarisierend).
Eine Faustregel für Kationen ist die Betrachtung der Stabilität der Halogenide: das Fluorid-Ion sollte demnach als harte Base mit harten Metall-Ionen stabile Verbindungen bilden, während umgekehrt weiche Säuren das weiche Iodid bevorzugen sollten.
Die Bindung zwischen Lewis-Säure und Lewis-Base in Addukten, die von weichen Spezies gebildet wird, hat einen eher kovalenten Charakter, die Bindung zweier harter Spezies ist eher elektrostatisch (ionisch) zu beschreiben.
Das Konzept dient meist mehr der qualitativen als der quantitativen Beschreibung von chemischen Reaktionen. Es wurden aber auch einige erfolgreiche quantitative Modelle etabliert, um die Dissoziationsenergien von Lewis-Säure-Base-Addukten zu bestimmen.
Einfach ausgedrückt: harte Teilchen bilden eher mit harten Teilchen stabile Verbindungen, weiche Teilchen eher mit weichen Teilchen. Wenn harte Teilchen mit weichen Teilchen reagieren, so ist weder eine starke kovalente, noch eine starke elektrostatische Bindung zu erwarten. Dennoch kann die Summe von beiden in Einzelfällen immer noch zu hohen Bindungsenergien führen.
Praktische Anwendung findet das HSAB-Konzept beispielsweise in der qualitativen Analyse (Trennungsgang). Obwohl der Trennungsgang weit älter ist als das HSAB-Konzept, kann seine Funktionsweise großenteils mit dem HSAB-Konzept verstanden werden. Außerdem ist er sehr hilfreich beim Verständnis der Strukturen und Reaktionsweisen von Komplexen. Auch in der Goldschmidt-Klassifikation in der Geologie bestätigen sich die Vorhersagen des Pearson-Konzeptes.
Eine Faustregel für Kationen ist die Betrachtung der Stabilität der Halogenide: das Fluorid-Ion sollte demnach als harte Base mit harten Metall-Ionen stabile Verbindungen bilden, während umgekehrt weiche Säuren das weiche Iodid bevorzugen sollten. Trotzdem kommt es in vielen Fällen zu Abweichungen von den HSAB-Vorhersagen, da andere Effekte überwiegen:
Bei der Anwendung des sehr intuitiven HSAB-Konzepts müssen also auch qualitativ alle Effekte abgewogen werden.