| Gymnasium Corvinianum |
|---|
Das Gymnasium Corvinianum ist ein Gymnasium in Northeim. Mit ca. 1500 Schülern und über 100 Mitarbeiter ist das Corvinianum eine der größten Schulen in der Region um Northeim. Es ist ein allgemeinbildendes Gymnasium, an dem man nach 13 Jahren, bald nach 12 Jahren seine Reifeprüfung, also das Abitur ablegt. Im Schuljargon wird die Schule kurz einfach Corvi genannt.
Inhaltsverzeichnis
|
Das Corvinianum wurde im Jahre 1477 als Lateinschule des in Northeim angesiedelten Benediktinerklosters St. Blasien gegründet. Es war zu Anfang nur der Geistlichen zugänglich, die hier in ihrer Ausbildung zum Mönch die lateinische Sprache erlernten. Später war die Lateinschule auch für Kinder wohlhabender Kaufleute Northeims zugänglich. Die alte Lateinschule ist heute noch im St. Blasien-Komplex erhalten und befindet sich über dem städtischen Bürgerbüro am Münster. Im Jahr 1817 zog die Schule in das heutige Gemeindehaus der St. Sixti Kirche. Da Northeim reformiert wurde und somit protestantisch geworden war, wurde auch das Kloster St. Blasien geschlossen und die Lateinschule an die Stadt übergeben. Nach dem Reformator Anton Rabe oder lateinisch Antonius Corvinus, der die erste evangelische Kirchenordnung für Northeim verfasste, wurde die städtische Schule nun Corvinus-Schule genannt. Es war eine reine Jungenschule. Das Schulgebäude wurde immer kleiner für die wachsende Stand und so wurde 1905 der Grundstein für ein neues Schulgebäude, oberhalb St. Sixtis, an der Wilhelmstraße gesetzt. Der Architekt A. Frankenberg aus Northeim entwarf ein Gebäude im neogotischen Stil mit vielen Spitzbögen und Verzierungen. Das Gebäude war symmetrisch angeordnet, Über dem gewaltigen Eingangstor sitzt eine steinernde Eule, seit dem Altertum Symbol der Weisheit. Ein kleiner Brunnen besitzt als Wasserspeier den Moloch, der der Sage nach Kinder fräße. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde die Corvinus-Schule in Graf-Otto-Schule umbenannt. 1975 wurde das Jungengymnasium mit der Mädchenoberschule (Richenza-Schule) zu einem gemischten Gymnasium zusammengelgt. Der Name Corvinianum wurde beibehalten. Zuerst war die Frage zu klären, ob ein neues Gebäude gebaut werden sollte. Als Übergangslösung sollten die Gebäude der ehem. Bürgerschule, der Richenza-Schule und der RCC durch einen Mitteltrakt verbunden werden. Bis heute blieb diese Übergangslösung und ist nun das heutige Gebäude "0". In das alte Gebäude an der Wilhelmstraße zog nun die die Martin-Luther-Schule, eine Grundschule vo nder ersten bis zur vierten Klasse, ein. Im Jahr 2002 feierte das Corvinianum das 525-jährige Bestehen.
Der Gebäudekomplex befindet sich zwischen dem alten Schulgebäude (heutige Grundschule) und dem Albert-Schweitzer-Krankenhaus und ist von allen angrenzenden Straßen gut zu erreichen. Das Corvi beansprucht für sich also fast einen gesamten Straßenblock und wird von der Wilhelmstraße, der Bürgermeister-Peters-Straße, der Graf-Otto-Straße und der Wallstraße umrahmt. Es liegt gegenüber des Finanzamtes am Fuße des höchsten Wieterberges oberhalb der historischen Altstadt an der Wieterstraße. Es gibt zwei Schulhöf, einen an der Wilhelmstraße (Unterer Schulhof) und einen an der Bürgermeister-Peters-Straße (Oberer Schulhof). Dazu verfügt das Corvinianum über drei Sporthallen, die nummeriert sind von 1 bis 3. Sie liegen jeweils auf dem oberen (Corvi 1) und dem unteren (Corvi 2) Schulhof und auf der Rückseite der Schule (Corvi 3). Die Corvi 3 ist die größte der drei Hallen und wurde im Zuge der Zusammenlegung in den 1970er Jahren erbaut. Eigentlich sollte auf der Wiese hinter der Halle ein Sportplatz angelegt werden. Das kam aber wegen Probleme mit den Nachbarn nie zustande.
Das Schulleben am Corvi ist geprägt von Musik. Der junge Lehrer Heinz-Günther Karbaum reformierte die Schule kurz nach dem Krieg und förderte den Musikunterricht enorm. Bis heute muss jeder Schüler mindestens die Blockflöte spielen können. Karbaum gründete ein Streichorchester, was sich nach und nach zu einem vollständigen Sinfonieorchester entwickelte, heute unter der Leitung von Thomas Constien. Im Jahr 2006 feierte das Schulorchester Capella Corviniensis das 50-jährige Bestehen mit einem großen Konzert in der Northeimer Stadthalle. Auch gründete Karbaum den Schulchor Ars Musica Vocalis, heute unter Leitung von Heinz Weyhing, der auch noch bis heute besteht. In den 1970er Jahren gründete sich die Corvi Jazz-Band unter Leitung von Lothar Kohn. H.-G. Karbaum gründete in Northeim den Northeimer Konzertring, bei dem jedes Jahr diverse Ensembles aus allen musikalischen Genres nach Northeim strömen und in der Stadthalle Konzerte geben. Auch tat er etwas für de nmusikalischen Nachwuchs der Stadt und gründete die Musikalische Jugendförderung Northeim e.V., die Privatmusikunterricht anbietet und Jugendlichen das Erlernen klassischer Instrumente ermöglicht. Die Musikalische Jugendförderung ist im Musikfachbereich des Corvinianums untergebracht und quasi eine kleine Musikschule innerhalb des Gymnasiums. Das große Highlight in jedem Jahr sind die zwei Musikalischen Abende kurz vor den Osterferien. Hier treten die Gruppen des Corvinianums auf und geben kleine Konzerte für die Northeimer Bevölkerung, auch die Bläsergruppe von Gabriel Archontidis tritt hier auf. Die Bandbreite erstreckt sich also von Klassik über Jazz zu Unterhaltungsmusik. Auch begeistert jedes Jahr die Tanzgruppe der jeweiligen Abiturjahrgänge mit zum Teil "heißen Einlagen" oder originellen Ideen das Publikum. Die Einnahmen der Musikalischen Abende kommen der Schule zugute. Mit über 50-jähriger Tradition kann man diese musischen Abende als feste Institution innerhalb der Schule ansehen.
Das Kollegium besteht laut Schulhomepage aus 97 Mitarbeitern (Stand 2007). Die Schulleiterin ist Helga Olejnik.
In den vergangenen Jahren verbuchten Schüler des Corvinianums diverse Erfolge wie z.B. im Rahmen des Wettbewerbs Jugend trainiert für Olympia oder Jugend musiziert. Außerdem gewannen einzelne Schüler Preise bei Wettbewerben wie z.B. dem Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten oder der Mathematikolympiade.
Jedes Jahr findet ein Sportfest kurz vor den Sommerferien auf dem Sportplatz statt, berühmt unter Schülern ist das Lehrer-Schüler-Fussballspiel, bei dem traditionell die Schüler gewinnen. BAer auch andere Fachgruppen, wie Spanisch veranstalten Themenabende, so wie die Fiesta Latina oder in Deutsch das Literaturcafé.
Koordinaten: 51° 42' 12" N, 10° 0' 6" O