vorlagen-zauber.net




Web-Empfehlungen:




Gerlfangen



Gerlfangen ist ein Ortsteil von Rehlingen-Siersburg und liegt auf einer Anhöhe im nördlichen Saar-Nied-Winkel.

Mit 741 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2005) hat Gerlfangen die meisten Einwohner aller Ortsteile von Rehlingen-Siersburg und mit 356 m über Normalnull ist es auch der höchstgelegene Ortsteil. Gerlfangen hat eine Fläche von 431 ha und ist das zentrale Dorf des Saarlouiser Nordgaus. Der landwirtschaftlich geprägte Ort ist umgeben von Streuobstwiesen, auf denen auch Mispeln zu finden sind. Sie werden zu Obstbrand verarbeitet.

Die Obstblüte und der allgemeine Vegetationsbeginn liegen relativ spät, was an der exponierten Höhenlage sowie den schweren Böden liegt. Der Saargau ist vom atlantischen Klima beeinflusst. Die Luftfeuchtigkeit sinkt nicht unter 70%, absolute Windstille herrscht nur an 4% aller Tage. Neben langen Sonnenscheinperioden sind zahlreiche Sommergewitter für die Gegend typisch; die ergiebigsten Niederschläge fallen im August.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Geschichte
  • 2 Sehenswürdigkeiten
  • 3 Wappen
  • 4 Bildung und Kultur

[Bearbeiten] Geschichte

Elf eisenzeitliche Hügelgräber deuten auf frühe Besiedlung der Gegend. Auch Spuren von Bewohnern aus gallorömischer Zeit zeugen von der langen Ortsgeschichte. Aus der Zeit der fränkischen Landnahme stammt vermutlich der Ortsname, der damals noch Gerelfingen gelautet haben dürfte.

Laut einer Urkunde aus dem Jahr 1030 machte Jutta, die Gattin des Herzogs Adalbert von Lothringen, dem Kloster St. Matthias in Trier Geschenke, die zum Teil mit Gerlfangen zusammenhingen. Jutta war auch die Stifterin der Abtei zum heiligen Kreuz in Bouzonville, und auch die Gerlfanger Kirche war früh dem heiligen Kreuz geweiht.

Bis 1766 gehörte Gerlfangen zum Herzogtum Lothringen.

Im benachbarten Fürweiler wurde 1944 gegen Ende des Zweiten Weltkrieges ein Lager für 229 Zwangsarbeiter, die zu Schanzarbeiten verwendet wurden, eingerichtet.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Die heutige Pfarrkirche geht auf ein Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert zurück, das 1864 weitgehend einem Neubau weichen musste. Von dieser Kirche aus dem 19. Jahrhundert ist der Turm erhalten; der Rest des heutigen Kirchengebäudes stammt aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

In und um Gerlfangen blieben zahlreiche Dorf- und Wegekreuze erhalten. In der Keltenstraße befindet sich außerdem eine sandsteinerne Kreuzigungsgruppe aus dem Jahr 1727. Auch eine Mariengrotte zeugt von der Verbreitung des katholischen Glaubens in und um Gerlfangen.

In einem Lothringer Bauernhaus im Lommerweg sind die Lebensumstände früherer Generationen dokumentiert; dazu gehört auch die in der Scheune untergebrachte Sammlung von Werkzeugen und Arbeitsmitteln.

[Bearbeiten] Wappen

Ortswappen von Gerlfangen

Das Wappen zeigt ein silbernes Schildhaupt mit rotem Kreuz, das auf die Zugehörigkeit zum Bistum Trier hinweist. Darunter wird ein silberner, gestümmelter Adler von zwei goldenen Ähren flankiert. Unter dem Adler ist goldenes Mauerwerk zu sehen. Während der Wappen eine Reminiszenz an die Lothringer Zeit darstellt und aus dem Wappen der Lothringer übernommen ist, symbolisieren die Ähren und das Mauerwerk die beiden Haupteinkommensquellen der Gegend: Landwirtschaft und Bauhandwerk.

[Bearbeiten] Bildung und Kultur

In der ehemaligen Gerlfanger Schule befindet sich seit Oktober 2007 die kulturelle Einrichtung Schäslong, zu der auch eine Bücherei gehört. Der Gerlfanger Kindergarten wird auch von Kindern aus den umliegenden Dörfern besucht.

Beliebt und weit über die Grenzen der Gemeinde hinaus bekannt sind neben den zahlreichen Veranstaltungen der auffällig vielen Vereine die Quetschenkirmes im September und insbesondere der Rosenmontagsumzug, welcher mit vierstelligen Besucherzahlen den krönenden Abschluss der fünften Jahreszeit auf dem Norgau bildet. Neben der Freiwilligen Feuerwehr, dem Musikverein Loreley, einem Pensionärsverein und vielen weiteren kulturellen und gesellschaftlichen Gruppierungen bietet der Jugendtreff Gerlfangen bereits seit 1985 eine Kulturstätte für Jugendliche und jung gebliebene Mitbürger aus der Region.

Die Grundschüler besuchen die Niedschule in Hemmersdorf. Im Rahmen der Freiwilligen Ganztagesschule können sie dort auch nachmittags betreut werden und ein Mittagessen erhalten. In Rehlingen gibt es eine erweiterte Realschule.

Koordinaten: 49° 23? 14? n. Br., 6° 36? 58? ö. L.






Home | Impressum