vorlagen-zauber.net




Web-Empfehlungen:




Richard Reymann



Richard Reymann (* 1840 in Bautzen; ? 1913 ebenda) war Stadtgeschichtsschreiber, Autodidakt und als Nagelschmied in Bautzen tätig. 1902 erschien sein Buch "Geschichte der Stadt Bautzen", das auch heutzutage nach mehr als einem Jahrhundert noch eine wichtige Quelle zur Stadtgeschichte darstellt.

Eine Reprintausgabe des Buches erschien 1990 dank der Initiativen einer Arbeitsgruppe des Neuen Forums. In einem Vorwort würdigt Eberhard Schmitt das lokalgeschichtliche Schaffen Reymanns.

[Bearbeiten] Leben

Richard Reymann war das jüngste von den elf Kindern der Bautzener Eheleute Reymann. Er besuchte die Bürgerschule und war wie sein Vater als gewerblicher Handwerker in der Nagelschmiedeinnung tätig. Der alten Handwerkertradition folgend, begab er sich als Geselle auf Wanderschaft, heiratete dreiundzwanzigjährig, und blieb in den folgenden Jahren in seiner Heimatstadt, oft ohne feste und gelegentliche Anstellung, so als Zigarrenwickler und Krankenpfleger. Im elften Ehejahr eröffnete seine Ehefrau einen Schnittwarenladen und fertigte auf Bestellung in Heimarbeit Steppdecken. Richard Reymann, der eigentlich Lehrer werden wollte, bildete sich während dieser Zeit autodidaktisch weiter, insbesondere in der Lokalgeschichte seiner Heimatstadt, studierte alte Chroniken, so die des Bischofs Thietmar von Merseburg und die des Pirnaer Mönchs Tilianus, seinerzeit fast vergessenes Schriftgut. 1893 wurde der Laienhistoriker schließlich in der städtischen Verwaltung der Zollniederlassung angestellt. 1902 wurde die dreiteilige ?Geschichte der Stadt Bautzen? gedruckt. Der erste Teil behandelt im wesentlichen die historische Stadtwerdung im Mittelalter einschließlich der Vor- und Frühgeschichte, freilich wissenschaftlich vorbehaltlich, da man darüber historisch nur wenig weiß und das, was man weiß, oft auch unklar ist, wie der Autor anfangs erklärt. Der zweite Teil behandelt vorhandene Quellen zu den einzelnen Objekten der Stadt, u.a. öffentliche Bauwerke und Einrichtungen, Wohngebäude, Straßen, Märkte, Plätze, Brücken, Mühlen, Friedhöfe, Hospitäler, Schulen, Versorgungseinrichtungen und Gewerbebetriebe, aber auch Wohltätigkeitseinrichtungen der Sozietät. Im dritten Teil finden wir die Persönlichkeiten der Stadt, die Landvögte und Bürgermeister. Stadträte und Ehrenbürger, die Geistlichen der Gemeinden, aber auch die Bischöfe des kirchlichen Bistums.

Seine geschichtliche Darstellung blieb nicht kritiklos, denn der Autor war gänzlich unparteiisch und akademisch professionell fremd, Richard Reymann starb 1913 infolge eines chronischen Asthmaleidens. Begraben wurde er auf dem historischen Teil des Taucherfriedhofes. Das Grabdenkmal ist heute nicht mehr vorhanden. 1935 benannte die Stadtverwaltung den Weg vom Mühltor zum Burghof mit seinem Namen.

Personendaten
Reymann, Richard
deutscher Stadtgeschichtsschreiber, Autodidakt und Nagelschmied
1840
Bautzen
1913
Bautzen





Home | Impressum