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Figurengedicht



Ein Figurengedicht ist ein Gedicht, das nicht nur als "literarischer Text" funktioniert, sondern darüber hinaus auch noch in optischer Hinsicht eine weitere Bedeutungsebene aufbaut, zum Beispiel durch Formung des Textkörpers. Synonym: Kalligramm (Guillaume Apollinaire).

Beispiele finden sich in der konkreten Poesie, bei Jandl etc. oder auch bei Christian Morgenstern:


Die Trichter

Zwei Trichter wandeln durch die Nacht.
Durch ihres Rumpfs verengten Schacht
fließt weißes Mondlicht
still und heiter
auf ihren
Waldweg
u. s.
w.

[Bearbeiten] Geschichte

Greiffenbergs Über den gekreuzigten Jesus in der Handschrift...
... und im Druck

Figurengedichte sind schon seit der Antike bekannt, so bei Publilius Optatianus Porfyrius oder Venantius Fortunatus. Als unmittelbare Vorläufer haben die altgriechischen Technopaignia zu gelten, aber auch Gittergedichte aus Ägypten. Zauberformeln oder Inschriften (beispielsweise in Pompeii) wurden oft in kunstvoller Form geschrieben bzw. gezeichnet.

Vor allem christliche Denker der Spätantike und des frühen Mittelalters verfassten Figurengedichte als religiös inspirierte Gittergedichte. Die Gittergedichte bestanden aus einem Buchstabenraster, wie man es heute von Wortsuch-Rätseln in Zeitschriften kennt. Sogenannte ?In-Texte? mit besonders wichtigen Aussagen wurden in diesem Raster häufig besonders hervorgehoben. Sie hatten häufig die Form eines Kreuzes oder eines anderen christlichen Motivs. Die Anzahl der verwendeten Buchstaben ging zudem häufig auf zahlenmystische Überlegungen zurück, so dass in einem einzigen Figurengedicht oftmals mehrere Sinnebenen zu finden sind.

Zu den besonders bedeutenden Beispielen gehört das Buch De laudibus sanctae crucis (?Vom Lob des heiligen Kreuzes?, 825/826) mit 28 Kreuzgedichten, verfasst vom Gelehrten Rabanus Maurus (780-856).

Ihre größte Blütezeit erlebten die Figurengedichte jedoch erst in der manieristischen Lyrik des Barock, und zahlreiche damalige Dichter wie z. B. Catharina Regina von Greiffenberg und Theodor Kornfeld wetteiferten auf diesem Gebiet.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks






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