| Lein | |
|---|---|
| Lage | Baden-Württemberg, Deutschland |
| Länge | 51 km |
| Quelle | Westlich Kaisersbach 48° 55? 41? N, 9° 37? 35? O |
| Quellhöhe | 544 m ü. NN [1] |
| Mündung | Bei Abtsgmünd in den KocherKoordinaten: 48° 53? 48? N, 10° 0? 23? O 48° 53? 48? N, 10° 0? 23? O |
| Mündungshöhe | 370 m ü. NN [2] |
| Höhenunterschied | 174 m |
| Flusssystem | Rhein |
| Einzugsgebiet | 246 km² |
| Abflussmenge |
MQ: 3,6 m³/s |
| Rechte Nebenflüsse | Tiefenbach, Laubach, Stapfelbach, Lautzbach |
| Linke Nebenflüsse | Eisenbach, Rot (bei Voggenberger Sägmühle), Reichenbach, Rot (bei Täferrot), Sulzbach, Götzenbach, Federbach, Spatzenbach |
| Durchflossene Stauseen | Aichstruter See, Leineckstausee; weitere an den nördlichen Zuflüssen |
| Mittelstädte | Schwäbisch Gmünd, Aalen |
| Kleinstädte | Welzheim |
| Gemeinden | Kaisersbach, Alfdorf, Spraitbach, Durlangen, Mutlangen, Täferrot, Leinzell, Göggingen, Iggingen, Heuchlingen, Schechingen, Abtsgmünd |
Die Lein ist ein Fluss in Baden-Württemberg, der bei Kaisersbach im Welzheimer Wald entspringt und nach knapp 51 km Lauf in Abtsgmünd von links in den Kocher mündet.
Inhaltsverzeichnis
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Die Lein fließt ab ihrem Ursprung bei Kaisersbach-Eulenhof recht beständig nach Süden, bis an Welzheim vorbei und etwa Alfdorf-Haghof. Dort knickt ihr Lauf abrupt nach Osten ab und behält diese Richtung mit leichten Schwankungen bis Heuchlingen bei, von wo aus sie in nordöstlicher Richtung Abtsgmünd und den Kocher erreicht. Ihr Einzugsgebiet liegt vor allem zu ihrer Linken, denn in ihrem südlich verlaufenden Obertal hat sie rechts in der nahen Wieslauf und deren Nebenflüssen eine starke Konkurrentin mit deutlich tieferer Erosionsbasis, im östlich verlaufenden Mittellauf bis Heuchlingen graben ihr die Rems-Zuflüsse das Wasser so sehr ab, dass die Wasserscheide der Lein selbst dicht im Süden folgt, oft nur wenige hundert Meter vom Fluss selbst entfernt. Erst im nordöstlich orientierten Unterlauf ab Heuchlingen hat sie überhaupt nennenswerte rechte Zuflüsse, hier teilt sie sich etwa zu gleichen Teilen den Riegel des Wellandes um Dewangen mit dem Kocher. Ihr Nebenflusssystem hat also grob die Gestalt eines Kammes: Im Süden und Westen liegt die Lein selbst, von Norden streben ihr parallel die größeren Zuflüsse zu.
Die Fließrichtung der Lein ist auffällig, sie entfernt sich ja durchweg vom Neckar, in das über den Kocher ihr Wasser letztlich gelangt, und ihr Tal trifft in Abtsgmünd fast gegenläufig auf das des Kochers, der dort in Richtung Westnordwest dem Neckar zuströmt. Grund hierfür ist, dass der Flusslauf der Lein ? gleiches gilt für die benachbarten Flüsschen Lauter, Bibers, Rot und die etwas unterhalb Abtsgmünds von der anderen Seite auch fast gegenläufig in den Kocher mündende Blinde Rot ? zu einer Zeit angelegt wurde, als das Gebiet noch nach Südosten hin zur Donau und zum Schwarzen Meer entwässerte. Der neue Abfluss über den Kocher, den Neckar und den Rhein zur Nordsee hin entstand erst, als sich ab dem Eozän der Oberrheinische Tiefgraben abzusenken begann und die europäische Hauptwasserscheide Rhein-Donau sich in der Folge stetig nach Südosten zur Donau verschob.
In ihrem Oberlauf folgte der Lein in antiker Zeit für ein starkes Jahrhundert eine politische Grenze. Zwischen ihrer Quelle und dem Haghof südlich Welzheims zog sich nämlich wenige hundert Meter westlich-parallel zu ihr zwischen etwa 161 nach Christus und 300 nach Christus der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Obergermanisch-Raetische Limes dahin, die befestigte Grenzlinie des Römischen Reiches gegen das barbarische Germanien.
Heutzutage speisen die Lein und ihre nördlichen Zuflüsse zahlreiche kleinere Stauseen, von denen viele zum Hochwasserschutz angelegt wurden und die als Badeseen (u. a. Aichstruter See, Leineckstausee) auch der Naherholung dienen. Andere sind alte Mühlseen, denn an Lein wie den größeren Nebenflüssen liefen früher auch viele Wassermühlen. Da diese Wasserflächen aber alle in Höhen um die 500 m liegen, werden sie wegen der niedrigen Temperaturen im Jahresverlauf fast nur über die wenigen Wochen des Hochsommers als Badeseen genutzt.
Hochwasserrückhaltebecken im Einzugsgebiet der Lein sind unter anderem: