al-Shabaab (arabisch ?die Jugend?) oder Hizbul Shabaab (?Partei der Jugend?) ist eine islamistische militante Bewegung in Somalia. Sie ging aus dem radikalen und militanten Flügel der Union islamischer Gerichte hervor, die Anfang 2007 entmachtet wurde. Gegenwärtig kämpft sie im somalischen Bürgerkrieg gegen die Übergangsregierung Somalias und die im Land stationierten äthiopischen Truppen. Ihre Ziele sind der Abzug Äthiopiens aus Somalia und die Errichtung eines islamischen Staates unter der Schari'a.
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al-Shabaab wurde 1998 von Hassan Dahir Aweys, der als Vertreter einer radikalen Haltung gilt, als besonders gut ausgebildete und ausgerüstete Miliz der Union islamischer Gerichte gegründet. Bis 2004 soll sie etwa 400 vorwiegend junge Kämpfer umfasst haben, die einem radikalen Islam anhingen. Ihr Anführer war Aden Hashi Ayro, der ein Ausbildungslager der al-Qaida in Afghanistan besucht haben soll. Die al-Shabaab führte politische Morde an Gegnern der Islamisten durch. Dabei soll sie sich zusehends der Kontrolle der übrigen Union islamischer Gerichte entzogen haben und zu einer eigenständigen, radikalen Gruppierung geworden sein.
In der zweiten Jahreshälfte 2006 erlangte die Union islamischer Gerichte die Kontrolle über die Landeshauptstadt Mogadischu und weitere Teile Somalias. Beim darauffolgenden Einmarsch Äthiopiens und der Entmachtung der Union im Dezember 2006 erlitt al-Shabaab schwere Verluste. Sie formierte sich jedoch in Mogadischu neu.[1]
2008 ist al-Shabaab in Mogadischu und weiteren Teilen Süd- und Zentralsomalias aktiv. Sie soll einige Hundert Zellen mit bis zu 7.000 vorwiegend jungen Kämpfern umfassen.
Ziele der al-Shabaab sind der Abzug Äthiopiens und die Errichtung eines islamischen Staates unter der Schari'a. Während Ersteres in bedeutenden Teilen der somalischen Bevölkerung Zuspruch zu finden scheint, sind viele Somalier gegenüber dem Letzteren eher skeptisch. Im März 2008 wurde al-Shabaab in die US-amerikanische Liste von Terrororganisationen aufgenommen. Sie selbst begrüßte dies ausdrücklich, da sie sich dadurch ?auf dem richtigen Weg? bestärkt fühle und hoffe, dadurch für islamistische Kämpfer aus dem Ausland attraktiver zu werden.
In der Nacht auf den 1. Mai 2008 wurde Aden Hashi Ayro bei einem US-Luftangriff in Dhuusamarreeb getötet. Sein Nachfolger wurde Mukhtar Robow.
al-Shabaab beansprucht die Führung innerhalb des somalischen Widerstandes gegen Äthiopien und die Übergangsregierung. Dabei kam es im Oktober 2008 zunehmend zu Konfrontationen mit der Allianz für die Wiederbefreiung Somalias (ARS), die aus übrigen (gemäßigten und weniger radikalen) Teilen der Union islamischer Gerichte entstanden ist. Während die ARS Friedensgespräche mit der Übergangsregierung geführt hat, um auf friedlichem Weg einen Abzug Äthiopiens zu erreichen, besteht al-Shabaab auf der Fortführung des bewaffneten Kampfes, da ein verbindlicher Zeitplan für den Rückzug Äthiopiens fehle.[2]
Im Oktober 2008 wurde in der südsomalischen Hafenstadt Kismaayo, die zu diesem Zeitpunkt von al-Shabaab und verbündeten Clanmilizen kontrolliert wurde, eine 13-Jährige gesteinigt.[3]