| Grobschnitt | |
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Bühnenshow der Band |
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| Gründung | 1970 |
| Auflösung | 1989 |
| Wiedervereinigung | 2006 |
| Genre | Rock, Krautrock, Progressive Rock, Deutschrock |
| Website | http://www.grobschnitt-band.de |
| Gründungsmitglieder | |
| Schlagzeug | Eroc (Joachim H. Ehrig) (bis 1983) |
| Schlagzeug | Felix (Axel Harlos) (bis 1972) |
| Gitarre | Lupo (Gerd Otto Kühn) (bis 1989) |
| Gesang, Gitarre, später auch Saxophon | Willi Wildschwein (Stefan Danielak) |
| Bass | Baer (Bernhard Uhlemann) (bis 1972, 1973-1975) |
| Keyboard | Quecksilber (Hermann Qetting) (bis 1972) |
| Licht | Toni Moff Mollo (Rainer Loskand) |
| Aktuelle Besetzung | |
| Gitarre | Nuki (Stefan Danielak jr.) (seit 2006) |
| Gesang, Akustik-Gitarre | Willi Wildschwein (Stefan Danielak) |
| Schlagzeug | Admiral Top Sahne (Rolf Möller) (seit 1985) |
| Gitarre, Background-Gesang | Manu Kapolke (seit 2006) |
| Bass, Gesang | Milla Kapolke (Michael Kapolke) (1979-1989, seit 2006) |
| Gesang, Licht | Toni Moff Mollo (Rainer Loskand) |
| Keyboard | Tatti (Deva Tattva) (seit 2006) |
| Percussion, Schlagzeug | Demian Hache (seit 2006) |
| Ehemalige Mitglieder | |
| Keyboard | Mist (Volker Kahrs ?) (1972-1982) |
| Bass | Popo / Hunter (Wolfgang Jäger ?) (1975-1979) |
| Keyboard | J.R. (Jürgen Cramer) (1982-1985) |
| Schlagzeug | Peter Jureit (1983-1985) |
| Keyboard | Tarzan (Thomas Waßkönig) (1985-1989) |
| Bass | Commodore Stulle (Harald Eller) (1989) |
| Keyboard | Sugar Zuckermann (Dirk Lindemann) (1989) |
Grobschnitt nennt sich eine deutsche Rockband, die zwischen 1970 und 1989 bestand und seit 2006 in einer neuen Formation wieder aktiv ist.
1970 verschmolzen in Hagen die Schülerbands Crew Blues Session, Charing Cross und Wutpickel zu Grobschnitt. Namensgebend war die Kapelle Grobschnitt, die sich im Ersten Weltkrieg aus Soldaten mit selbstgebastelten Musikinstrumenten gebildet hatte. Die meisten der Musiker und Roadies von Grobschnitt gaben sich witzig klingende Künstlernamen, unter denen sie bei Ihren Fans auch bekannt wurden. So nannten sich die Gründungsmitglieder Eroc (Schlagzeug), Felix (ebenfalls Schlagzeug), Lupo (Solo-Gitarre), Wildschwein (Rhythmus-Gitarre, Gesang, Saxophon), Baer (Bass), Quecksilber (Tasteninstrumente), Toni Moff Mollo (Lichtanlage und später auch Gesang).
Inhaltsverzeichnis
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Die Band Grobschnitt galt für ihre Zeit als eine sehr innovative Gruppe, die mit einer Mischung aus Theater, optischen Effekten, fröhlichem Klamauk und überaus langen musikalischen Improvisationen ihre vielstündigen Bühnenshows darbrachte. Die längste dieser ununterbrochenen Improvisationen konnte über eine Stunde dauern und trug den Titel Solar Music oder auch ?Powerplay?. Die Liedtexte der Band waren zunächst auf englisch, später kamen dann verstärkt deutschsprachige Texte hinzu. In beiden Fällen äußerte sich die Band zu gesellschaftlich umstrittenen Themen wie beispielsweise der Friedensbewegung, der Fortschritts- und Technikgläubigkeit oder dem Protest gegen den Ausbau der Atomenergie. Ein typisches Beispiel für dieses Engagement ist der Text von ?Vater Schmidt's Wandertag?. Auf der anderen Seite konnte die Band auch musikalische Märchen erzählen, wie bei dem Konzeptalbum ?Rockpommels Land?.
Die Band hatte ihre treuesten Fans im deutschsprachigen Bereich, obwohl das Album ?Rockpommels Land? auch im englischsprachigen Raum in Kanada erschien und dort beachtliche Verkaufszahlen erreichte. Ein in der deutschen Musikszene absolutes Novum bedeutete das Erscheinen des Albums Jumbo im Jahre 1975, das zunächst mit englischen Texten und ein Jahr später nochmals auf Deutsch herauskam.
Ein weiteres Kennzeichen der musikalischen Tätigkeit von Grobschnitt war die Anzahl und Orte ihrer Auftritte. Sie waren eine der ersten deutschen Bands, die buchstäblich im kleinsten Dorf auftrat. Das dafür notwendige Equipment wurde von Jahr zu Jahr umfangreicher, bis schließlich mehrere LKWs für dessen Transport notwendig wurden. Wegweisend waren die pyrotechnischen Anteile der Bühnenshow. Obwohl Grobschnitt als deutsche Erfinder dieser Auftrittsform galten und zunächst keinerlei Erfahrung damit bestand, kam es niemals zu einem ernstzunehmenden Unfall beim Abbrennen des Feuerwerks an den Auftrittsstätten.
1989 löste sich die Band nach 19 Jahren mit ihrer Last Party Tour auf. Die Ursache für die Trennung lag im Wunsch einiger Mitglieder, nach teilweise 19 Jahren der gemeinschaftlichen musikalischen Tätigkeit eigene persönliche Wege gehen zu können.
2007 kam es zu einer Wiedervereinigung von Grobschnitt, an der einige der alten Mitglieder inklusive ihrer Söhne beteiligt sind. Nach einem Testauftritt vor geladenen Fans im Mai fanden im Oktober die ersten beiden öffentlichen Auftritte in Aschaffenburg statt. Unter dem Motto ?Next Party Tour? wurden im Jahr 2007 noch zwei weitere Konzerte in Osnabrück und Neuss gegeben. Auftritte im Jahr 2008 sind für Juli (Breitenbach), August (Wuppertal) und Oktober (Betzdorf, Hildesheim) geplant - Details auf der Band-Homepage.
Im Laufe der Jahre änderte sich die Besetzung von Grobschnitt häufig:
Erläuterung zu den Abkürzungen, außerdem: lg=Solo-Gitarre, rg=Rhythmus-Gitarre.
Außerdem traten auch die Roadies der Band als Schauspieler auf. Die bekanntesten waren McPorneaux, Ballermann, Detlev Rohr, Geheimrat Günstig, El Blindo.
Bestimmend für den Werdegang der Band war trotz der Wechsel einzelner Mitglieder der Zusammenhalt. Bis zum Ende der aktiven Zeit der Gruppe waren von den Gründungsmitgliedern Gerd Otto Kühn (Lupo), Stefan Danielak (Willi Wildschwein) und Rainer Loskand (Toni Moff Mollo) dabei. Mit Joachim H. Ehrig (Eroc) und Volker Kahrs (Mist) waren zwei weitere tonangebende Leute mehr als zehn Jahre lang bei Grobschnitt.
Die Beachtung durch die Medien war in der ersten Zeit relativ gering. Die Ursachen dafür waren vielfältig: Zum einen konnten die damaligen Medien wie Radio und Fernsehen mit dem ungewöhnlichen Live-Konzept der Gruppe nichts Konkretes anfangen. Weiterhin kam es zu Missverständnissen mit den Moderatoren von Live-Auftritten im Radio, die das musikalische Konzept von Grobschnitt nicht in ihre Sendungen einbauen konnten. Ab Anfang der achtziger Jahre änderte sich dann die Situation. Populäre Fernsehmagazine zum Thema Musik wie Rockpalast, Aspekte, Musikladen und andere kamen auf die Gruppe zu. Außerdem hatte die Band einige Auftritte im Radio, beispielsweise beim WDR zwischen 1975 und 1980 in der Radiothek. Bei diesen Auftritten kam die Band bis zu zweimal jährlich jeweils für über eine Stunde zu Wort und spielte dabei akustische Teile der eigenen Liveshow aus der für die Band typischen Mischung aus Musik, Spaß und Sprachkomik.
Einer der musikalischen Köpfe der Band war Joachim H. Ehrig mit dem Spitznamen Eroc. Parallel zu seiner Tätigkeit als Schlagzeuger, Sänger und elektronischem Tüftler bei Grobschnitt brachte er mehrere Soloalben heraus. Auf der LP Eroc 3 (1979) findet sich das Stück Wolkenreise, das sich zu einem Hit entwickelte und auch heute noch im Radio gespielt wird. Eroc verließ bereits 1983 die Band, um sich ausschließlich seinen Soloproduktionen zu widmen; so spielte er gemeinsam mit dem Klangtüftler Hans Reichel ?The Return of Onkel Boskopp? ein. Er betreibt heute in der Nähe von Hagen ein Studio zur Restaurierung und zur Digitalisierung von analog aufgenommenen Musiktiteln. Nach der Auflösung von Grobschnitt 1989 ist Eroc als Herausgeber für die weiteren Produktionen der Band aus ihrer aktiven Zeit verantwortlich.