Das Lied von Eis und Feuer ist eine Fantasysaga von George R. R. Martin.
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Das Herrscherhaus der Targaryen, das die sieben Königreiche des Kontinentes Westeros einst durch Eroberungen zu einem Einzigen vereinigte, wird nach 300 Jahren Alleinherrschaft gestürzt. Nach einer ungefähr fünfzehnjährigen Phase scheinbarer Ruhe unter der Herrschaft Robert Baratheons, des einstigen Rebellenführers gegen die Targaryens, bricht ein blutiger Machtkampf zwischen den Häusern Baratheon, Lannister und Stark aus. Im Verlauf der Handlung schwächen sich diese Adelsfamilien gegenseitig, sodass später auch andere Adelshäuser ehrgeizige Ziele entwickeln.
Neben dieser Haupthandlung lassen sich noch zwei weitere Handlungsstränge abgrenzen: Die Bewacher der abgelegenen Nordgrenze des Reiches sehen sich einer Invasion von Barbaren und einer gespenstischen Bedrohung durch Untote gegenüber; derweil versucht die letzte Targaryen-Prinzessin, auf dem riesigen Kontinent östlich von Westeros eine Machtbasis aufzubauen, um ihren Thron zurück zu erobern.
Der Großteil der Geschichte, die auf einer an das europäische Mittelalter angelehnten Welt angesiedelt ist, findet auf dem Kontinent Westeros statt, auf dem im späteren Handlungsverlauf mehrere Adelshäuser um die Königskrone kämpfen; die offensichtlichste Anlehnung ist die an die englischen Rosenkriege im 15. Jahrhundert. Laut Aussage des Autors war auch der Albigenserkreuzzug eine Inspirationsquelle für die Handlung. George Martin verweist jedoch darauf, dass er Geschichte nur als ?flavor? verwendet, und eine 1-zu-1-Übertragung von Charakteren und Ereignissen nicht möglich ist. Mit jedem weiteren Band gewinnt die Handlung an Komplexität, so dass die Gesamtanzahl der in den Büchern erwähnten Charaktere spätestens mit dem dritten Originalband die 1000er-Grenze überschreitet. Im Hintergrund deutet sich dazu noch eine größere Handlung an, die aber in den bis heute erschienen Bänden nur ansatzweise erkennbar ist.
Jedes Kapitel wird aus der Sichtweise einer bestimmten Person beschrieben, wobei sogar die meisten Kapitel keine Titel, sondern nur den Namen der jeweiligen Hauptperson, aufweisen. Mit jedem Buch bringt Martin weitere Sichtweisen-Charaktere hinzu, so dass sich der Eindruck, den man aus bisherigen Kapiteln über eine bestimmte Person hatte, sich nach dem Lesen der eigenen Kapitel dieser Person schnell ändern kann. Dementsprechend findet man im ?Lied von Eis und Feuer? keine stereotypen Bösewichte und keine reinen Helden. Weiterhin auffallend an den Büchern ist, dass Martin einen für das Fantasygenre bemerkenswerten Realismus beim Schreiben von Gewalt- oder auch Sexszenen an den Tag legt. Dabei dienen diese Szenen jedoch nicht der Glorifizierung von Gewalt oder der pornografischen Darstellung, sondern sind Stilmittel des Autors, um seine Charaktere eingehend darzustellen und auch eine düstere, realistische Atmosphäre seiner literarischen Welt zu erreichen. Weitere Kriterien dafür ist auch die (besonders in den ersten Bänden) fast vollkommene Abwesenheit von magischen Kreaturen, wobei der Anteil und die Bedeutung der Magie mit jedem weiteren Buch der Reihe steigt. Martin ist als Autor auch dafür bekannt, nicht davor zurückzuschrecken, auch Hauptpersonen seiner Geschichte sterben zu lassen, womit es ihm gelingt, eine sehr große Spannung aufzubauen, da man sich eben nicht sicher sein kann, dass ein Charakter die Handlung unversehrt übersteht.
Mit diesen Aspekten hat Martin ein durchaus wegweisendes Werk im Fantasy-Genre geschaffen, das sich in vielen Bereichen von Stereotypen der klassischen Fantasy-Literatur abwendet. In näherer Vergangenheit haben eine ganze Reihe von Fantasy-Autoren viele Aspekte aus dem ?Lied von Eis und Feuer? aufgegriffen und als Grundlage für ihre eigenen Fantasy-Werke verwendet, so dass im Fantasy-Genre ein eigener Bereich von Literatur entstanden ist, der in grundlegendem Widerspruch zur klassischen und oftmals klischeehaften Fantasy-Literatur steht. Beispiele für solche Werke sind Greg Keyes Die verlorenen Reiche, R. Scott Bakkers Prince of Nothing, J.V. Jones Schwert der Schatten, Tad Williams Shadowmarch oder in bestimmten Aspekten auch Steven Eriksons Das Spiel der Götter.
Ursprünglich sollte die gesamte Saga in drei Bänden abgehandelt werden. Schon bald stellte sich heraus, dass dies nicht reicht, und die Anzahl wurde zunächst auf sechs, und nunmehr auf sieben Bände erhöht (Die deutschen Taschenbücher entsprechen jeweils einem halben Buch, siehe unten).
Folgende Bände sind geplant:
Für die deutsche Taschenbuchausgabe wurden alle Bände in jeweils zwei Bände geteilt, die wie folgt heißen:
Die Namen der weiteren Bände sind nicht bekannt.
Der Verlag dieser Taschenbuchvarianten ist Blanvalet.
Inzwischen sind vier, auf jeweils 1000 Exemplare limitierte, gebundenen Auflagen herausgegeben, die jeweils der englischen Version entsprechen. Die Übersetzung wurde leicht angepasst, 200 teurere Exemplare sind jeweils nummeriert und von George R. R. Martin handsigniert. Das gilt außerdem für die noch nicht veröffentlichten Ausgaben des ?Eis-und-Feuer?-Zyklus'.
Der Verlag dieser ?Luxusvarianten? ist FanPro.
Bislang wurden zwei von mehreren geplanten Novellen zur Serie veröffentlicht. Die Geschichten um den Heckenritter Dunk und seinen Knappen Ei sind etwa ein Jahrhundert vor den Ereignissen in Das Lied von Eis und Feuer angesiedelt. Sie erschienen in den Anthologien Legends (dt. Der 7. Schrein) und Legends II (dt. Legende. Lord John, der magische Pakt) des Autors und Herausgebers Robert Silverberg. Die erste Geschichte wurde später auch als Graphic Novel umgesetzt, und auch "The Sworn Sword" erscheint in den USA gegenwärtig als sechsteilige Comic-Bearbeitung.
Bisher erschienen:
Mit den Jahren und den damit einhergehenden, steigenden Leserzahlen wurde Das Lied von Eis und Feuer von einer simplen Fantasy-Saga immer mehr zu einer Marke. So erschienen im Lauf der Zeit zahlreiche Nebenprodukte, teilweise ebenfalls mit großem Erfolg.
HBO hat 2007 die Fernseh- und Filmrechte für die Fantasysaga erworben und im November 2008 den Auftrag zur Produktion einer Pilotfolge erteilt.[1] Die Umsetzung soll in Form einer Fernsehserie erfolgen. Geplant ist jeweils eine Staffel mit einer Spieldauer von zwölf Stunden pro Buch. Auf Grund seiner umfangreichen Arbeit an den noch unfertigen Teilen der Buchreihe, wird George R. R. Martin nur das Drehbuch für eine Folge pro Staffel verfassen können. David Benioff und D.B. Weiss werden diese Aufgabe für die restlichen Folgen übernehmen, und außerdem als Executive Producers fungieren. Martin soll ansonsten in den kreativen Drehbuch-Prozeß mit eingebunden sein und als Co-Executive Producer fungieren. Gedreht werden soll nach ersten Plänen in Europa und Neuseeland.[2][3]