Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e. V. (BDM) ist ein Zusammenschluss aktiver Milchviehhalter. Der am 1. Januar 1998 gegründete Verband hat etwa 34.000 Mitglieder (Stand Ende August 2008) .
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Ursprünglich wurde der BDM am 1.Januar 1998 als Dachorganisation mehrerer kleinerer Milchbauernverbände im Allgäu gegründet. 2003 gründete sich in Norddeutschland eine Schwesterorganisation (die Initiative ging von mehreren Großbetrieben in Mecklenburg-Vorpommern aus). Im Jahr 2005 fusionierten die zwei Verbände und hatten in der Folgezeit, bedingt durch die schwierige Lage der Milchbauern, einen raschen Mitgliederzuwachs. Heute vertritt der BDM mehr als ein Drittel der insgesamt etwa 100.000 deutschen Milchviehhalter. Er wird nach eigenen Angaben finanziell nur von den Mitgliedern getragen und vertrete somit direkt deren Interesse, ohne auf andere Organisationen mit denen er strukturell und finanziell verbunden ist, Rücksicht nehmen zu müssen wie beispielsweise der Deutsche Bauernverband. Des weiteren ist der BDM nach eigener Darstellung nicht weisungsgebunden gegenüber politischen Institutionen oder einer Lobby. Der BDM plädiert offiziell für eine flexible Mengensteuerung in der Hand der Milcherzeuger in Absprache mit der Molkereiwirtschaft.
Das wichtigste Ziel des BDM ist nach eigener Aussage die Durchsetzung eines kostendeckenden Milchpreises, da in der vergangenen Dekade den steigenden Erzeugerpreisen (z.B. Kraftstoff) meist nur fallende Absatzpreise (z. B. Milch) gegenübergestanden hätten. Die Wirtschaftlichkeit vieler landwirtschaftlicher Betriebe sei dadurch nicht mehr gewährleistet, was zu deren Aufgabe führen könne.
Der BDM fordert, Angebot und Nachfrage in der Europäischen Union zusammenzuführen und einen ?freiwilligen Lieferverzicht gegen Entschädigung? einzuführen, um die Milchproduktion zu senken. Dafür ist auf europäischer Ebene das European Milk Board (EMB) gegründet worden.
Auf Initiative des damaligen BDM-Nord wurde 2004 die BDM Freie Milch AG mit Sitz in Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) gegründet. Allerdings gibt es seit 2005 keinerlei personelle oder strukturellen Überschneidungen mit diesem Unternehmen. Diese nicht börsennotiere Kleine Aktiengesellschaft ist als Milchhändler am Milchmarkt tätig und hat das Ziel, für die im BDM e. V. organisierten Milchproduzenten Norddeutschlands höhere Auszahlungspreise als den deutschen Referenzpreis zu bieten. Der BDM e. V. ist an den Geschäften der BDM Freie Milch AG jedoch weder direkt noch indirekt beteiligt. Bisher sind weniger als 1000 Milchviehhalter dort Lieferant.
seit 1998 Romuald Schaber
Um gegenüber Molkereien Verhandlungsdruck aufzubauen, damit diese den Milchpreis auf kostendeckende 43 Cent pro kg erhöhen und auf diesem Level halten, plante der BDM einen bundesweiten Milchlieferstopp bereits schon zum Oktober des Jahres 2007.[1] Dieser Milchlieferstopp wurde nicht durchgeführt, weil der Milchpreis im Herbst 2007 vorübergehend über 40 Cent pro kg erreichte.[2] Nach eigener Aussage des BDM war dies hauptsächlich der Erfolg der deutschlandweiten Milchmengenbündelung, die durch den BDM initiiert wurde. Laut eigenen Angaben seien bereits 80% der deutschen Milcherzeuger dem Milkboard beigetreten, so dass obiger Verhandlungsdruck auch auf lange Sicht sichergestellt sei.
Nachdem im Frühjahr 2008, angestoßen durch die Molkerei Alois Müller[3], ein enormer Preisverfall bei Milchprodukten seitens der Molkereien induziert wurde, rief der BDM seine Mitglieder und alle Milchbauern beginnend ab dem 26. Mai 2008 zu einem auf unbestimmte Zeit anhaltenden Milchlieferungsboykott auf, um die Molkereien zu neuen Lieferkonditionen zu bewegen.[4] [5]
Am 6. Juni 2008 wurde der Milchboykott aufgehoben, und die Molkereibetriebe werden wieder mit Milch beliefert.