| Bau und Dienstzeit | |
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| Bauwerft | John Brown Shipbuilding & Engineering Ltd. Clydebank, Schottland |
| In Auftrag gegeben: | März 1910 |
| Auf Kiel gelegt: | 26. Juni 1910 |
| Stapellauf: | 25. Oktober 1911 |
| Indienststellung: | 21. Juni 1913 |
| Außerdienststellung: | 12. Dezember 1921 |
| Schicksal: | Am 12. April 1924 vor Sydney gesprengt |
| Allgemeine Daten | |
| Wasserverdrängung: | Standard: 19.100 ts Maximal: 22.800 ts |
| Länge: | 179,8 m |
| Breite: | 24,4 m |
| Tiefgang: | 8,2 m |
| Antrieb: | 31 Dampfkessel von Babcock & Wilcox mit Kohle-/Ölfeuerung 4 Parsons-Dampfturbinen mit 33.000 PS 4 dreiflügelige Schrauben |
| Geschwindigkeit: | max. 25,8 Knoten |
| Reichweite: | 6.300 Seemeilen bei 10 Knoten |
| Besatzung: | ca. 820 im Frieden, ca. 1017 im Krieg |
| Bewaffnung: |
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| Panzerung: | Gürtel: 102 - 152 mm Deck: 25 - 51 mm Barbetten: 178 mm Türme: 178 mm Kommandostand: 254 mm |
| Motto: | |
HMAS Australia war ein Schlachtkreuzer der Indefatigable-Klasse der Royal Australian Navy während des Ersten Weltkriegs. Sie wurde 1910 bei der Werft John Brown Shipbuilding & Engineering Ltd. in Schottland in Auftrag gegeben und war nach ihrer Fertigstellung im Jahr 1913 sowohl das Flaggschiff als auch das Kernstück der neu gegründeten australischen Marine.
Inhaltsverzeichnis
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Zusammen mit dem ebenfalls neu gebauten Kreuzer HMAS Sydney verließ die Australia am 21. Juli 1913 Portsmouth und lief nach einem Zwischenstopp in Kapstadt am Morgen des 4. Oktober 1913 in Begleitung der gesamten australischen Flotte (neben der Sydney der Kreuzer HMAS Melbourne sowie die Zerstörer HMAS Parramata, HMAS Warrego und HMAS Yarra) in den Hafen von Sydney ein. Von nun an verfügte die australische Marine mit der Australia über ein Schiff, das stärker war als alle anderen Kriegsschiffe europäischer Mächte in der Region. Da man die neue Marine möglichst vielen Australiern zeigen wollte lief der Schlachtkreuzer im folgenden Jahr zahlreiche australische Häfen an und spielte die Hauptrolle in dem Film Sea Dogs of Australia, der im August 1914 in die Kinos kam.
Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 operierte die Australia im Pazifik. Dort diente sie als Gegengewicht gegen mögliche Angriffe des deutschen Ostasiengeschwaders. Sie nahm dabei zusammen mit der restlichen australischen Flotte an den Operationen zur Besetzung der deutschen Kolonien im Zentral- und Südpazifik teil. Dabei gelang es ihr, den deutschen Frachter Sumatra aufzubringen.
Da nach der Vernichtung des Ostasiengeschwaders bei den Falklandinseln die Mittelmächte über keine größeren Kriegsschiffe mehr im Pazifik verfügten, welche die Anwesenheit eines Schlachtkreuzers erforderlich machten, verlegte die Australia Anfang 1915 nach Rosyth zur Grand Fleet. Dort wurde sie das Flaggschiff des 2. Schlachtkreuzergeschwaders, das aus der Australia sowie ihren beiden Schwesterschiffen HMS New Zealand und HMS Indefatigable bestand. Auf dem Weg nach Europa versenkte sie im Pazifik den deutschen Frachter Eleonore Woermann, der dem deutschen Ostasiengeschwader als Versorgungsschiff gedient hatte. Dies war der letzte Feindkontakt des Schlachtkreuzers, trotz Teilnahme an zahlreichen Operationen kam es nie zu Begegnungen mit deutschen Schiffen.
Am 22. April 1916 kollidierte sie in dichtem Nebel mit der New Zealand und musste zur Behebung der Schäden in die Werft. Die Reparaturen waren erst am 9. Juni 1916 abgeschlossen, wodurch die Australia die Skagerrakschlacht verpasste. Am 12. Dezember 1917 führte eine weitere Kollision, diesmal mit dem Schlachtkreuzer HMS Repulse zu einem erneuten dreiwöchigen Werftaufenthalt. Anfang 1918 wurde unter der Besatzung des Schiffes Freiwillige für einen Spezialauftrag gesucht, mehrere Besatzungsmitglieder meldeten sich, von denen 11 schließlich im Februar 1918 am Raid gegen Zeebrügge und Ostende teilnahmen. In den letzten Monaten des Krieges wurden auf dem Schiff Experimente mit Bordflugzeugen durchgeführt, so gelang es im März 1918 eine Sopwith 1 ½ Strutter erfolgreich von einer auf einem Geschützturm errichteten Plattform zu starten.
Nach dem Ende des Krieges war die Australia Teil der Flotte, welche die deutsche Hochseeflotte zur Internierung nach Scapa Flow eskortierte. Während der Internierung wurde jedem deutschen Schiff ein alliiertes Schiff zur Bewachung zugeteilt, die Australia war bis zum April 1919 das Wachschiff für den Schlachtkreuzer SMS Hindenburg.
Am 23. April 1919 verließ der Schlachtkreuzer Europa und kehrte nach Australien zurück, wo er am 28. Mai in Fremantle einlief. Dort kam es zu einem Zwischenfall, als das Schiff nach vier Tagen den Hafen wieder verlassen sollte. Mehr als 80 Besatzungsmitglieder versammelten sich auf dem Achterschiff und baten den Kommandanten Captain C. Cumberlege, den Aufenthalt zu verlängern, damit sie mehr Zeit mit ihren Familien und Freunden vor Ort verbringen konnten. Nachdem der Kommandant ihnen gesagt hatte, dass dies unmöglich sei, zerstreuten sich die Matrosen wieder, doch als das Schiff auslaufen sollte, waren die Heizer nicht auf ihren Posten. Die Australia verließ Fremantle deshalb erst mit einstündiger Verspätung. 32 Matrosen wurden deshalb zu 90-tägigen Arrest verurteilt, fünf weitere von einem Kriegsgericht wegen Meuterei zu Haftstrafen zwischen einem und zwei Jahren. Nach einem Aufschrei in der Öffentlichkeit wurden alle fünf jedoch bereits im Dezember des gleichen Jahres wieder freigelassen.
Für die nächsten zwei Jahre übernahm die Australia wieder die Aufgaben des Flaggschiffs der australischen Flotte. Der Unterhalt des trotz seines Alters von nicht einmal neun Jahren bereits veralteten Schlachtkreuzers verschlang jedoch einen Großteil des Marinebudgets. Daher wurde das Schiff zuerst zum Ausbildungsschiff erklärt und mit einer Rumpfbesatzung im Flinders Naval Depot stationiert.
Am 12. Dezember 1921 wurde sie jedoch endgültig außer Dienst gestellt und schließlich am 12. April 1924 24 Seemeilen vor Sydney durch Sprengladungen versenkt. Offiziell wurde dies mit dem Washingtoner Marineabkommen begründet, welches der Royal Navy (im Sinne des Vertrages zählten die Schiffe der Royal Australian Navy dazu) nur 15 Großkampfschiffe erlaubte, weshalb die älteren Schiffe wie die Australia verschrottet werden mussten. Es wäre vermutlich jedoch möglich gewesen die Australia davon auszunehmen, da sie zu schwach war, um noch als echtes Großkampfschiff zu gelten. Mehrere Parteien des Vertrages erwirkten eine solche Ausnahme für einige ältere Schiffe. Vermutlich unterließ die australische Regierung dies, weil die Geldmittel, die der Unterhalt des Schlachtkreuzers verursachte, an anderen Stellen dringender benötigt wurden und die Verschrottung des Schiffes so ohne größere Widerstände zu erreichen war.