| Buchenbach | |
|---|---|
| Daten | |
| Lage | Baden-Württemberg |
| Länge | ca. 23 km |
| Quelle | bei Königsbronnhof, Gemeinde Rudersberg |
| Quellhöhe | 423 m ü. NN |
| Mündung | unterhalb Burgstall in die Murr |
| Mündungshöhe | 212 m ü. NN |
| Einzugsgebiet | ca. 55 km² |
Der Buchenbach ist ein linker Nebenfluss der Murr in Baden-Württemberg. Auf seinem etwa 23 km langen Lauf durchquert er hauptsächlich den Westen des Rems-Murr-Kreises und berührt zum Schluss den Landkreis Ludwigsburg.
Inhaltsverzeichnis
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Der Buchenbach entspringt am Nordrand der Berglen, des südwestlichen Teils des Schwäbisch-Fränkischen Waldes. Sein Quellgebiet liegt auf dem Höhenzug zwischen den Gemeinden Berglen und Rudersberg südlich des Weilers Königsbronnhof. Durch eine Klinge läuft er nach Westen ins Tal herab und durchquert in südlicher Richtung mehrere Ortsteile der Gemeinde Berglen, namentlich Rettersburg und Oppelsbohm. Das Buchenbachtal ist das zentrale Tal der Berglen, die sich hufeisenförmig darum gruppieren; zugleich ist der Buchenbach der Haupt-Abfluss der Berglen, da er zahlreiche kleine Wasserläufe von den östlichen und westlichen Hängen aufnimmt.
Nach etwa 7 km, beim Ortsteil Erlenhof, weicht der Buchenbach vor der Buocher Höhe in einem scharfen Knick nach Nordwesten aus und behält diese Richtung bis zur Mündung weitgehend bei. Bei Birkmannsweiler verlässt er die Berglen und tritt in die offenere Landschaft des Neckarbeckens ein. Im Winnenden markiert er die nördliche Begrenzung der Altstadt. Nach dem nächsten Ort, Leutenbach, erreicht der Buchenbach die tiefergelegenen Schichten des Muschelkalks und beginnt, sich in gewundenem Lauf in ein immer tieferes Tal einzugraben. Letzte Orte am Bach sind der Leutenbacher Ortsteil Weiler zum Stein und die Einzelsiedlung Steinächle, die bereits zum Landkreis Ludwigsburg gehört.
Bei Steinächle befindet sich auch die vorerst letzte, wenn auch kleine Straße über den Bach, dessen enges Tal sich auf den letzten 5 km immer weiter vertieft und nicht mehr für Siedlungen oder landwirtschaftliche Nutzung taugt. Dieser Abschnitt des Tals ist unter Naturschutz gestellt (siehe unten). Schließlich mündet der Buchenbach nach etwa 23 km Länge zwischen Burgstall und Kirchberg in die Murr; kurz zuvor wird er noch von der Bahnstrecke Backnang?Ludwigsburg überspannt.
Das Einzugsgebiet des Buchenbachs umfasst knapp 55 Quadratkilometer, womit er an zweiter Stelle unter den Nebenflüssen der Murr rangiert (nach Länge liegt er sogar an erster Stelle). Das Einzugsgebiet liegt hauptsächlich in den Berglen und am Nordhang der Buocher Höhe, im Neckarbecken kann der Fluss dann sein Einzugsgebiet kaum noch vergrößern. Es fließen ihm zwar zahlreiche kleinere Bäche zu, von denen aber kaum einer auf fünf Kilometer Länge kommt.
Das Einzugsgebiet des Buchenbachs ist vollständig von anderen direkten oder indirekten Nebenflüssen des Neckars umgeben. Angrenzende Einzugsgebiete sind das der Weißach und anderer Murrzuflüsse im Norden, der Wieslauf im Westen, der Rems im Süden und des Zipfelbachs im Südwesten.
Das Tal des Buchenbachs ist die zentrale Erschließungsachse der Berglen, die freilich ein vergleichsweise abgelegenes, ländliches Gebiet sind. Außerhalb der Berglen wird das Tal bis Weiler zum Stein von Kreisstraßen durchzogen, danach ist es verkehrsfrei und nur noch teilweise von Wanderwegen erschlossen.
Der Buchenbach ist auf ganzer Länge als Gewässer zweiter Ordnung eingestuft. Nach dem Wassergesetz für Baden-Württemberg bedeutet dies, dass das Flussbett öffentliches Eigentum der betreffenden Gemeinden ist, und dass diese für die Unterhaltung des Gewässers zuständig sind.[1]
Im Oberlauf und im Unterlauf gilt der Bachlauf noch als weitgehend natürlich und wurde 2004 den Gewässerstrukturgüte-Klassen I und II (?unverändert? bis ?mäßig verändert?) zugeordnet. Lediglich die stärker besiedelten Abschnitte im mittleren Bachlauf zwischen Birkmannsweiler und Leutenbach fallen in die Klassen III bis V (?deutlich? bis ?vollständig verändert?).[2]
Unter besonderem Schutz steht der Unterlauf ab Steinächle samt den Talflanken, für die das 118 ha umfassende Naturschutzgebiet Buchenbachtal eingerichtet wurde. Zweck des Naturschutzgebiets ist der Schutz des dortigen Wiesentals vor Fremdnutzung, die Wiederherstellung des Laubwalds und der Schutz seltener Pflanzen- und Tierarten im Ufergehölz.[3] Dieses Naturschutzgebiet wurde 1989 aus dem bereits zuvor bestehenden Landschaftsschutzgebiet Unteres Murrtal ausgegliedert, das neben weiteren Flächen zu beiden Seiten des Buchenbachtals noch größere Teile des Murrtals umfasst.
Ebenfalls unter Landschaftsschutz stehen große Teile des Oberlaufs. Von der Quelle bis kurz vor Rettersburg liegt der Bachlauf im LSG Südliches Weissacher Tal und Berglen, danach bis zum Ortseingang von Birkmannsweiler, unterbrochen nur von den Abschnitten im Ortsbereich von Rettersburg und Oppelsbohm, im LSG Buchenbach-, Brunnbächle-, Steinach- und Zipfelbachtal mit angrenzenden Hängen sowie Bürger Höhe.
Die Gewässerqualität des Buchenbachs ist (gemessen an den regionalen Verhältnissen) durchschnittlich. Im Gewässerbericht 2004 sind drei von vier Abschnitten (bei Rettersburg, Weiler zum Stein und an der Mündung) als ?mäßig belastet? (Güteklasse II) eingestuft, der Abschnitt bei Birkmannsweiler jedoch als ?kritisch belastet? (Güteklasse II-III).[4]
Weitere geographische Angaben nach amtlichen topographischen Karten 1:25.000 und 1:50.000; Flusslauf auf TK25 Blatt 7022, 7122, 7123.