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| Burg Rötteln | |
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| Entstehungszeit: | anfang 11. Jahrhundert |
| Burgentyp: | Höhenburg |
| Ort: | Haagen |
| Höhe: | 422 m ü. NN |
Die Burg Rötteln oberhalb des Lörracher Stadtteils Haagen, im Volksmund Röttler Schloss genannt, liegt im äußersten Südwesten Baden-Württembergs. Die Festung war eine der mächtigsten im Südwesten und ist heute die drittgrößte Burgruine Badens.[1] Die Burg spielte in der Geschichte Lörrachs eine bedeutende Rolle und gilt der Stadt, aber auch dem Umland Lörrachs, als ein wichtiges Wahrzeichen.
Die teilsanierte Ruine Burg Rötteln thront weithin sichtbar auf einer bewaldeten Höhe (422 Meter ü. N.N.). Die Höhenburg liegt auf einem Bergsporn eines steil abfallenden Osthangs im vorderen Wiesental.
Inhaltsverzeichnis
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Wahrscheinlich bestand die Burganlage seit Anfang des 11. Jahrhunderts. Im Jahr 1102 war die erste urkundliche Erwähnung der Herren von Rötteln mit Dietrich von Rötteln, des Vogtes von St. Alban bei Basel. Dieses Jahr wird heute noch als Gründungsjahr der Stadt Lörrach gefeiert. 1204 starb Dietrich III. von Rötteln, der inzwischen zu großem Besitz im Wiesental gekommen war; seine Söhne hatten hohe Ämter, Walter I. war Kapitular zu Konstanz und Basel, Liuthold I. wurde Bischof von Basel, Konrad I. war Stadtgründer von Schopfheim, welches für das sich später bildende Markgräflerland von erheblicher Bedeutung war. Dietrich IV. erhielt die Burg Rothenburg im Kleinen Wiesental. Die erste urkundlich belegte Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahr 1259.
Liuthold II. von Rötteln, der letzte männliche Überlebende seines Geschlechtes, schenkte 1311 die Rötteler Herrschaft dem Markgrafen Rudolf I. von Hachberg-Sausenberg und der Erbtochter Agnes von Rötteln. Somit wurden die auf der Burg Hochburg bei Emmendingen ansässigen Markgrafen von Hachberg-Sausenberg, Herren über die ehemalige Herrschaft Rötteln. Die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg zogen von der Burg Sausenburg auf die Burg Rötteln um und errichteten dort ihre Verwaltung, auf der Burg Sausenburg setzten sie Vögte ein.
Am 19. Mai 1316 starb Liuthold II. von Rötteln als letzter männlicher Vertreter der Herren von Rötteln. Mit der Schenkung der Herren von Rötteln an die Hachberg-Sausenberg beginnt sich das Markgräflerland zu formen. 1332 zogen die Basler vor die Burg Rötteln und belagerten sie, weil Markgraf Rudolf II. von Hachberg-Sausenberg im Streit den Basler Bürgermeister erstochen haben soll. Im letzten Augenblick gelang es, durch Vermittlung den Streit beizulegen. Pfeilspitzen, Armbrustbolzen usw., die bei der Burg Rötteln gefunden wurden, dokumentieren diese Belagerung.
Das Basler Erdbeben richtete 1356 schwere Schäden an der Burg an. Basel wurde zerstört, die Burg Rötteln erlitt schwere Schäden.
Im Jahr 1444 wurde die Herrschaft Badenweiler des letzten Grafen Johann von Freiburg an die Söhne des Markgrafen Wilhelm, Rudolf IV. von Hachberg-Sausenberg und Hugo vermacht, welches durch den Zusammenschluss der Herrschaftsgebiete Rötteln, Sausenberg und Badenweiler das Markgräflerland entstehen ließ.
1503 ging die Burg in den Besitz der Markgrafen von Baden über. 1525 nahmen aufständische Bauern die Burg ein.
Von 1618 bis 1648 während des Dreißigjährigen Kriegs hielten abwechselnd die Schweden und die Kaiserlichen die Burg besetzt.
Während des Holländischen Krieges am 29. Juni 1678 wurden die Burgen Rötteln und Badenweiler durch die Armee des französischen Marschalls Crecque zerstört. Fortan wurde die zerstörte Burg Rötteln aufgrund der großen Armut nach dem Krieg als Steinbruch genutzt.
Der Badische Schwarzwaldverein begann 1884 erste Maßnahmen zu ergreifen, die Ruine zu erhalten. Seit 1925 kümmert sich der Verein Röttelnbund e.V., Lörrach-Haagen darum. Der heutige Zustand der Ruine entspricht in etwa dem nach der Zerstörung von 1678. Die Burg wird von der Landesbehörde Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut.
Die Anlage dehnt sich von Nordwesten in südwestliche Richtung knapp 300 Meter aus. Die weitläufige Burg teilt sich grob in die Vorburg und die Oberburg (Kernburg) auf. Nach Westen erstreckt sich eine bastionsartige Spitze, ein für leichtes Geschütz erbauter Turmstumpf. Mittels einer Zugbrücke gelangt man von der Vorburg zur Oberburg. Die Oberburg mit dem mächtigen Bergfried ist der älteste Teil der Burg. Fundstücke von der Röttler Burg sind im Museum am Burghof zu besichtigen.
Vom staufischen Bergfried ?Grüner Turm? in der Oberburg bietet sie einen ausgezeichneten Rundblick auf Lörrach, das Wiesental und zu einigen Schweizer Berggipfeln. Die Burgruine gilt als das markanteste Wahrzeichen der Grenzstadt. Seit 1968 finden alljährlich im Sommer die Röttler Burgfestspiele statt.
Sie ist ganzjährig geöffnet; Führungen sind nach vorheriger Absprache möglich. Heute findet sich neben einem kleinen Museum auch eine Burgschänke in der Festungsanlage. Die Pflege der Burgruine und der Unterhalt des Museums obliegen dem Röttelnbund e.V.
Die älteste überlieferte Darstellung der Burg Rötteln ist eine Abbildung von Sebastian Münsters Cosmographia aus dem Jahr 1562. Eine weitere bekannte zeitgenössische Darstellung von Matthäus Merian zeigt die Burg 1644 in ihrer Blütezeit.
Koordinaten: 47° 38? 18? N, 07° 40? 05? O