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Die stabile Seitenlage ist die Standardlagerung einer selbstständig atmenden bewusstseinsgetrübten oder bewusstlosen Person im Rahmen der lebensrettenden Sofortmaßnahmen. Während durch den lebensrettenden Handgriff zunächst die Atemwege frei gemacht werden, dient die stabile Seitenlage darüber hinaus dem Zweck, eine versehentliche Einatmung von Flüssigkeit und Feststoffen, wie Speichel, Blut und Erbrochenem, zu verhindern. Dieser Aspekt ist wesentlich, da Bewusstseinsgestörte sich häufig unbemerkt erbrechen und infolge dessen oft an ihrem Erbrochenen ersticken.
Es existieren international verschiedene Versionen der stabilen Seitenlagen, die spezifische Vor- und Nachteile aufweisen.[1] Übereinstimmende Merkmale sind eine stabile Lagerung auf der Seite, überstreckter Kopf und kein Druck auf den Brustkorb, der die Atmung beeinträchtigt.[2]
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Eine reglose Person wird zunächst auf dem Rücken gelagert, um Bewusstsein und Atmung zu überprüfen (Diagnostischer Block), weswegen dies meist die Ausgangsposition für weitere Maßnahmen ist. Wenn der Betroffene trotz gestörten Bewusstseins selbstständig atmet, wird er in die stabile Seitenlage verbracht. Zum Schutz gegen Witterungseinflüsse wird er danach vorzugsweise in eine Rettungsdecke eingewickelt, um Auskühlung beziehungsweise Überhitzung zu vermeiden. Bis zum Eintreffen des per Notruf alarmierten Rettungsdienstes wird der Betroffene ständig überwacht. So können bei einer Verschlechterung des Zustandes rechtzeitig weitere Maßnahmen eingeleitet und erwachende Betroffene beruhigt werden. Die stabile Seitenlage wird vornehmlich von Laienhelfern angewendet, da Fachpersonen die Sicherung der Atemwege besser durch Einsetzen eines Endotrachealtubus erreichen können. Wenn der Betroffene ungewöhnlicher Weise länger als eine halbe Stunde in der stabilen Seitenlage verbleibt, kann eine Umlagerung auf die andere Körperseite vorteilhaft sein, um den unteren Arm zu schonen.[2]
Als wesentlicher Bestandteil der stabilen Seitenlage zeigt die Mundöffnung nach unten, wodurch Speichel und Erbrochenes leicht aus der Mundhöhle abfließen können und ein versehentliches Einatmen weitestgehend verhindert wird. Zur weiteren Sicherung der freien Atmung ist der Kopf überstreckt und eine Hand unterhalb des Kinns positioniert, um diese Stellung des Kopfes zu fixieren.
Seit August 2006 wird von Hilfsorganisationen eine vereinfachte stabile Seitenlage nach dem Schema der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe gelehrt. Diese Variante ist weniger schonend und weniger stabil, dafür aber leichter zu erlernen und zu erinnern. Diese Version der stabilen Seitenlage wurde ehedem bereits in einigen anderen Ländern und in Armeen der NATO (NATO-Lage) gelehrt. Aus medizinischer Sicht stellen die Vereinfachungen in der Summe eine Verschlechterung dar. Diese Variante wird aber trotzdem in der Breitenausbildung einheitlich gelehrt. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war letztlich die Annahme, Laienhelfer würden sich die vereinfachte Stabile Seitenlage in der praktischen Anwendung eher zutrauen und nicht, aus Angst davor Fehler zu machen, in Untätigkeit verharren.
Die stabile Seitenlage wird auch bei Verdacht auf Wirbelsäulenverletzungen angewendet, da die Gefahr des Erstickungstodes durch ein mögliches Verlegen der Atemwege höher bewertet wird als die Gefahr weiterer Wirbelsäulenschäden.
Befindet sich der Betroffene im Schock kann es ? je nach Zustand des Betroffenen ? sinnvoll sein, zusätzlich eine von den Füßen zum Kopf hin abfallende Schräglagerung (Schocklage) vorzunehmen. So kann das der Schwerkraft folgende Blut aus den Beinen für den zentralen Kreislauf zur Versorgung der lebenswichtigen inneren Organe und des Gehirns mit Sauerstoff genutzt werden.
Weist der Betroffene eine Verletzung im Bereich des Brustkorbs oder der Lunge auf, wird er auf die verletzte Seite gedreht, damit die dann oben liegende, unbeeinträchtigte Lungenhälfte sich während der Einatmung frei entfalten kann und eventuelle Blutungen abgedrückt werden.
Schwangere Frauen werden tendenziell auf der linken Seite gelagert, da so der gemeinsame Kreislauf von Mutter und Fetus am besten entlastet werden kann (siehe Vena-cava-Kompressionssyndrom).
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