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Sechs Yogas von Naropa
| Tibetische Bezeichnung |
| Tibetische Schrift:
???????????????
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| Wylie-Transliteration:
nA ro chos drug
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| Offizielle Transkription der VRCh:
Ming Xing Dao Liu Cheng Jiu Fa
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| Andere Schreibweisen:
N?ro Chödrug, Naro Chodrog
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| Chinesische Bezeichnung |
| Vereinfacht:
????
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Das Lemma
?Sechs Yogas von Naropa? in tibetischer Schrift
Die Sechs Yogas von N?ropa (auch: Sechs Doktrinen/Dharmas/Lehren von N?ropa oder Pfad der sechsfachen Vollendung des Geistes) sind die zusammenfassende Bezeichnung für ein in sich geschlossenes Curriculum fortgeschrittener, tantrischer Meditationstechniken des Vajrayana-Buddhismus, welches in dieser systematisch dokumentierten Form zurückzuführen ist auf den Namen gebenden tibetisch-buddhistischen Meister N?ropa (* 1016; ? 1100).
Äußeres Ziel der Ausübung und Vervollkommnung dieser kontemplativen Praktiken ist die Erlangung von Siddhis genannten, magischen Kräften. Inneres Ziel dieser mystischen Geistesübungen ist direkte und damit gegenüber anderen Techniken beschleunigte Gewahrwerdung der höchsten Wahrheit durch Erleuchtung.
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Inhaltsverzeichnis
- 1 Herkunft und Geschichte
- 2 Verwandte Traditionen
- 3 Systematik
- 4 Technik
- 5 Siehe auch
- 6 Quellen
- 6.1 Deutsche Bücher
- 6.2 Anderssprachige Bücher
- 6.3 Internet
- 7 Fußnoten
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[Bearbeiten] Herkunft und Geschichte
N?ropa bekam seine Fähigkeiten und Kenntnisse von seinem Lehrer Tilopa (* 988; ? 1069) in langen Jahren harten und fordernden Geistestrainings zahlreicher praktischer Übungen vermittelt, die z.T. auch geheimen Lehrlinien folgten. Später gab er selber als verwirklichter Meister die Weisheiten des Großen Siegels, des Mahamudra an seinen Schüler Marpa (* 1012; ? 1097) weiter. Er ist damit fester Bestandteil einer der großen buddhistischen Schulen, nämlich der Kagyü-Tradition.
Darüberhinaus beherrschen aber auch viele Mitglieder der sogenannten Gelbmützen, der Gelugpa-Linie, die Sechs Yogas, darunter auch der Dalai Lama.
[Bearbeiten] Verwandte Traditionen
Die Sechs Yogas von Niguma entsprechen, bis wenige Unterschiede, den Sechs Yogas von N?ropa. Die Dakini Niguma war dabei die spirituelle Gefährtin N?ropas. Ihre spätere Weitergabe der Sechs Yoga-Tradition an den Yogi Khyungpo Naljor gilt als Grundlage zur Gründung der Shangpa-Kagyü-Schule.
[Bearbeiten] Systematik
Die folgende Unterteilung der zu Grunde liegenden Einzel-Übungen ist die gebräuchlichste. Dabei werden die drei ersten Techniken als Primärbestandteile der sogenannten Vollendungs-Ebene (tibetisch ??????????, Wylie-Transliteration rdzogs rim, sanskrit sa?panna-krama) innerhalb des Anuttara Yoga Tantra angesehen[1].
- Tummo, das Yoga des Inneren Feuers (tibetisch ??????, Wylie-Transliteration gTum mo, sanskrit ????, IAST-Transliteration ca??a bzw. ca??al?, chinesisch ??)
- Gyulü, das Yoga des Illusionskörpers (tibetisch ?????????, Wylie-Transliteration sGyu lus, sanskrit m?y?k?y? bzw. mah?deha, chinesisch ??)
- Milam, das Yoga der Bewusstseinsmitnahme (tibetisch ???????, Wylie-Transliteration rMi lam, sanskrit svapnadar?ana, chinesisch ??)
- Ösel, das Yoga des Klaren Lichtes (tibetisch ????????, Wylie-Transliteration ?od gSal, sanskrit ?bh?svara, chinesisch ?? bzw. ??)
- Bardo, das Yoga des Zwischenzustandes (tibetisch ??????, Wylie-Transliteration bar do, sanskrit ?????????, IAST-Transliteration antar?bhava, chinesisch ??)
- Phowa, das Yoga der Bewusstseinsübertragung (tibetisch ??????, Wylie-Transliteration ?pho ba, sanskrit sa?kr?nti, chinesisch ??)
Daneben werden auch differenziertere (bis zu 10 Einzeltechniken) oder an anderen Paradigmen orientierte Systematisierungen verwendet.
Zusätzliche oder kombinierte Techniken sind ferner:
- Das Yoga der Bewusstseinsprojektion, eine aus Phowa, Ösel und Gyulü zusammengesetzte, geheime Technik, bei der der eigene Bewusstseinsstrom in einen fremden Körper hineinprojiziert wird.
- Das sogenannte Siebente Yoga, welches als eine Variation von Phowa den Meditierenden in die Lage versetzt, das eigene Bewusstsein in einen sterbenden oder bereits toten Körper zu transferieren.
- Das Yoga des Siegels der Liebe (tibetisch ???????????????, Wylie-Transliteration las kyi phyag rgya, sanskrit karmamudr?) ist eine weiterführende Technik des Tantra-Yoga, bei der unter Einbeziehung eines ebenbürtigen (Sexual-)Partners die Tummo-Technik verfeinert und vertieft wird.
- N?ropa selber benennt in den Vajra-Versen der Geheimen Tradition die Praxis des Yogas der Selbstbefreiung von der Dualität.
[Bearbeiten] Technik
Die Praxis der Sechs Yogas setzt, bedingt durch ihre äußerst kraftvollen, energetischen Emanationen, also ihre spezifischen Entfaltungswirkungen und vor allem ihre weitreichenden Folgen, ein hohes Maß an meditativer Fähigkeit und spiritueller Kenntnis voraus. Dies wird im tibetischen Buddhismus sichergestellt durch:
- sogenannte Vorbereitungsübungen
- die ausdrückliche Initiation eines erfahrenen, vertrauenswürdigen Meisters
- ein äußerst diszipliniertes, langfristiges Training.
Der Versuch, die Sechs Yogas insgesamt oder auch nur teilweise durchzuführen, ohne entsprechende Grundlagen, Anleitungen und Hilfestellung zu haben, ist zwar möglich, kann aber mitunter zu schwerwiegenden und möglicherweise irreversiblen physischen und psychischen Komplikationen führen.
Entsprechend ihrer historischen Herkunft aus dem vedischen Yoga sind die maßgeblichen Elemente einer jeden einzelnen Technik
- die Körperhaltung (sanskrit Asana),
- die Gestik (sanskrit Mudra),
- die Beherrschung des Atems (sanskrit Pranayama),
- die affirmative Sensualisierung (überwiegend visuell und haptisch),
- die Selbst-lose Versenkung (tibetisch Dhyana) und
- die dauerhafte Verwirklichung eines über-bewussten, nicht-dualen Achtsamkeits-Zustandes (sanskrit Samadhi).
Da die o.g., einzelnen Übungen und die diesbezüglichen, querverweisenden Erkenntnisse eng miteinander verknüpft und aufeinander aufbauend sind, ist ein zunächst serielles Praktizieren der Bestandteile eher zielführend.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Quellen
[Bearbeiten] Deutsche Bücher
- David-Néel, Alexandra Heilige und Hexer. Glaube und Aberglaube im Lande des Lamaismus. W.A. Brockhaus, Leipzig, 1931. Keine ISBN
- Mullin, Glenn H. Geheimlehren tibetischer Meditation. Einführung in den tantrischen Buddhismus. Die sechs Yogas des Naropa. Aquamarin, Grafing, 2000. ISBN 3-89427-143-4
- Yeshe, Lama Thubten Inneres Feuer. Eine Meditationspraxis aus den Sechs Yogas von Naropa. Diamant Verlag, München/Deutschland 2007. ISBN 3-9805798-6-7
[Bearbeiten] Anderssprachige Bücher
- Brennan J.H. Tibetan magic and mysticism. Llewellyn Worldwide, Woodbury, MN/USA 2006. ISBN 0-7387-0713-9
- Günther, Herbert V. Life and Teaching of Naropa. Shambala Publications, Boston, 1963. ISBN 1-57062-101-2
- Keown, Damien A Dictionary of Buddhism. Oxford University Press, Oxford, Great Britain, 2003. ISBN 0-19-860560-9
- Mullin, Glenn H. The Six Yogas of Naropa: Tsongkhapa?s Commentary. Snow Lion Publications, Ithaca, NY/USA 2005. ISBN 1-55939-234-7
- Trungpa, Chogyam Illusion's Game: The Life and Teaching of Naropa: Life and Teachings of Naropa. Shambala Publication, Boston, MA/USA 1994. ISBN 0-87773-857-2
- Wangyal, Tenzin The Tibetan Yogas of Dream and Sleep. Snow Lion Publications, Ithaa, NY/USA 1998. ISBN
[Bearbeiten] Internet
- http://www.nitartha.org - The Home for Digital Tibetan
- http://www.spokensanskrit.de - Spoken Sanskrit Dictionary
- http://yogilin.net/efiles/e0108.html - Dr. Yutang Lin ? Six Yogas in Great Harmony
- http://www.lib.virginia.edu/small/exhibits/dead/dying.html - The Art of Dying: Esoteric Instructions on Death and Liberation
- http://www.csus.edu/indiv/v/vonmeierk/2-04SIXY.html - The Six Yogas
- http://www.freewebs.com/ordorosaaurum/vajrayana.htm - Vajrayana Yoga
[Bearbeiten] Fußnoten
- ? Cornu, Philippe Dictionnaire encyclopédique du Bouddhisme. Editions du Seuil, Paris/Frankreich, 2001.
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