Die norwegische Nationalromantik ist eine Geistesströmung, die in Norwegen im 19. Jahrhundert von großer Bedeutung war. Sie verbindet Nationalismus und Romantik.
Zum Baustil dieses Namens: siehe Nationalromantik.
Inhaltsverzeichnis
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Die norwegische Nationalromantik wurde möglich gemacht durch verschiedene vorromantische Geistesströmungen und Argumente.
Diese Geistesströmungen und Argumente stammen zwar alle aus dem 18. Jahrhundert, müssen im Kern aber nicht miteinander vereinbar sein.
Der norwegische Schriftsteller Ludvig Holberg (1684 - 1754) machte Dänemark und Norwegen mit den Gedanken des Rationalismus bekannt und benutzte Ideen Montesquieus (1689 - 1755), als er die Unterschiede zwischen Dänen und Norwegern als das Resultat geographischer, klimatischer und historischer Umstände beschrieb. Er verwandte auch Montesquieus Auffassung der Nation als organisches Ganzes. [1] [2] Hier zeichnet sich die spätere Hervorhebung der Individualität der Völker ab.
Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778) war mit seiner Zivilisationskritik wichtig für die Vorromantik (Romantik der Aufklärungszeit). Die individuellen Gefühle und die Natur bekommen einen höheren Stellenwert, ebenfalls die Ursprünglichkeit und der Naturzustand - des Einzelnen und von Gruppen. Dies ist Voraussetzung für die spätere deutliche Aufwertung der Bauern durch die (städtischen) Romantiker.[2]
François Quesnay (1694 - 1774) und die Physiokraten hatten die Ansicht entwickelt, dass die Landwirtschaft die Stütze der Volkswirtschaft sei und daher besondere Aufmerksamkeit verdiene.[1] [2]
Eine weitere Stütze für das nationale Selbstbewusstsein der gebildeten Norweger war das Aufkommem von "wild-romantischen" Naturbeschreibungen wie etwa die des Schweizer Schriftstellers Albrecht von Haller (1708 - 1777), der die "Erhabenheit der Berge" pries; eine Landschaft wie das schottische Hochland hätte man vorher eher als ungeordnet und lebensfeindlich gesehen.[2]
Impulse für die dänisch-norwegische Vorromantik kamen auch aus Deutschland, z.B. über Friedrich Gottlieb Klopstock, der 1757 bis 1770 in Kopenhagen wohnte und dort unter anderem von altnordischer Poesie beeinflusst wurde. Briten wie James Macpherson (Ossian) und Thomas Percy (Relics of Ancient English Poetry) stellten das Mittelalter und die Mythologie in den Mittelpunkt. [2]
In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts setzt auch in Skandinavien ein neues Interesse für die altnordische Literatur ein. [3]
Vor 1814 befand sich Norwegen in Personalunion mit Dänemark. In der Zeit vor der Unionsauflösung litt das Verhältnis zwischen dem norwegischen Reichsteil und der Regierung in Kopenhagen darunter, dass man in Norwegen meinte, Norwegen würde die übrigen Reichsteile mitfinanzieren; Norwegen stand wirtschaftlich gesehen ziemlich gut da. Relativer Wohlstand ist allgemein eine gute Stütze für ein Nationalbewusstsein. Mitglieder der norwegischen Oberschicht hatten zudem die Möglichkeit, in Großbritannien die politischen Verhältnisse zu untersuchen und mit den heimischen zu vergleichen. Dabei schnitt die dänische Autokratie eher schlecht ab. [1]
Die politischen Ereignisse auf dem Festland hatten auch in Skandinavien Folgen: Die Französische Revolution stärkte das Bewusstsein, dass eine Nation auch ohne König auskommen kann, und die nationalen Bewegungen gegen Napoleon konnten auch patriotisch-freiheitlich gedeutet werden. [1]
1814 wurde Norwegen aus dem dänischen Reich herausgelöst und geriet in eine Personalunion mit Schweden (siehe auch Geschichte Schwedens). Nun gab es zwar einen norwegischen Staat, aber kein norwegisches Volk und keine norwegische Sprache (die norwegischen Dialekte spielten noch keine Rolle).
Das traditionelle Kulturzentrum war Kopenhagen, aber das lag nach 1814 außer Landes. In Norwegen selber gab es kaum richtungsweisende oder traditionsreiche Kultureinrichtungen wie etwa einen Fürstenhof, eine Kanzlei, ein Nationaltheater oder eine Akademie. Die Osloer Universität, eine alte Forderung der norwegischen Patrioten, war erst 1811 gegründet worden und hatte nicht das regelgebende Vermögen wie etwa die Académie française oder die Schwedische Akademie.
Ähnlich wie in anderen nach-kolonialen Staaten gab es zwei Kulturen im Land: in der Oberschicht die dänisch geprägte Kultur der "Kolonialherren", in der Unterschicht die mehr oder weniger ursprüngliche, einheimische Kultur. [4]
Die schwierige Wirtschaftslage und die Furcht vor einem zu großen schwedischen Einfluss führten zu einem "fast hysterischen Patriotismus". [4]
Im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts "sickerte" aus Dänemark und Deutschland die Romantik ein, aber auf dem Gebiet der Literatur war es ruhig, da die norwegische Oberschicht mit Politik und Wirtschaft beschäftigt war. [2]
Die 30er-Jahre des 19. Jahrhunderts wurden beherrscht durch die Fehde zwischen den jungen Schriftstellern Henrik Wergeland (1808 - 1845) und Johan Sebastian Welhaven (1807 - 1873). Es ging dabei nicht nur um persönliche Gegensätze, sondern auch um Kultur und Politik: sollte Norwegen sich auch kulturell von Dänemark lösen (Wergeland) oder sich auch weiterhin nach den dänischen Traditionen richten (Welhaven)? Sollte der norwegische Staat wie zur Dänenzeit vom Beamtenstand regiert werden (Welhaven) oder sollten die Grund besitzenden Bauern, ein Großteil der Bevölkerung, mehr politischen Einfluss bekommen (Wergeland)? In dieser Auseinandersetzung wurde die Literatur durch beide Gruppen als Waffe gebraucht; hierbei ging es um Norwegens Grundwerte und Zukunft. [2]
Wergeland setzte sich ein für das Feiern des Verfassungstages und späteren Nationalfeiertages 17. Mai (1814) und wurde von der Nachwelt schließlich für dessen Begründer gehalten.
Inwieweit Wergeland Romantiker war, ist nicht ganz deutlich[2][1], wohl war er Nationalist. Daher eignete er sich auch für die "Rolle des Nationalskalden", viel eher als etwa der dänenfreundliche und wenig nationalistische Welhaven. Nach Ansicht der Romantiker war der Nationalskalde der Dichter, der kraft seines Genies mit seinem Herzen das Volk verstand und dem Volksgeist das Sprachrohr sein konnte. Als solcher war er auch eine Art Nationalsymbol. Der norwegische Wissenschaftler Sigurd Aa. Aarnes macht darauf aufmerksam, dass sich in jungen Staaten oft Prozesse des nation buildings abspielen. Nation building bedeutet, dass eine Elite ein Gefühl nationaler Zusammengehörigkeit unter den Volksmassen verbreitet. Dabei können Flaggen, Nationalfeiertage, Nationalhelden, usw. benutzt werden. Aarnes spricht dabei von einem "Wergeland-Kult als nationsbauender Faktor". Beim nation building kann dem Ausland kann mit Hilfe dieses Nationaldichters auch gezeigt werden, dass sich wirklich die Seele einer eigenständigen Nation offenbart und dass diese Nation nicht nur kulturell, sondern auch politisch reif ist, auf eigenen Beinen zu stehen. [5] [6]
In den 30er und 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts war es politisch gesehen ruhig in Norwegen, das Studium der ländlichen nationalen Kultur konnte in die Breite und in die Tiefe gehen. [2] Ungefähr in dieser Zeit änderte sich das Nationalbewusstsein: Die Generation, die 1814 erwachsen war (mit Wergeland als Ausläufer), trug den politischen und liberalen Patriotismus, der durch die Aufklärung und die Französische Revolution geprägt war. Die Generation, die die 40er und 50er-Jahre prägten, trug den kulturellen Patriotismus, der von Herder und den Gebrüdern Grimm geprägt war. Die Generation der 40er und 50er-Jahre, die Nationalromantiker, sahen die Nation nicht als Zweckgemeinschaft freier Individuen, sondern - etwas mystisch - als Organismus mit einer gemeinsamen Seele, dem Volksgeist, der in allen "echten" Kulturäußerungen seine Spuren hinterlässt. [4]
Der Nationale Durchbruch (auf Norwegisch det nasjonale gjennombrudd) war die Entdeckung der nationalen ländlichen Kultur Norwegens und der Wechsel der Generationen und des Nationalbewusstseins. Dieser Nationale Durchbruch äußerte sich nicht nur in der Literatur, sondern auch in der Geschichtswissenschaft, der Philologie, der Folkloristik und in den Bildenden Künsten. Siehe auch Det nasjonale gjennombrudd in der norwegischen (bokmål) Wikipedia.
1825 wurde in Kopenhagen nach deutschem Vorbild das Nordisk Oldskriftsselskab ("Nordische Gesellschaft für alte Schriften") gegründet. Sie gab kurz darauf einige Saga-Texte heraus. In Norwegen sah man das als den dänischen Versuch, sich "altnorwegisches" Kulturgut anzueignen und gründete eine konkurrierende Organisation, die "Samlinger til det norske Folks Sprog og Historie" ("Sammlungen zur Sprache und Geschichte des norwegischen Volkes") herausgab. [1]
Die norwegischen Nationalisten behaupteten, die altnordische Literatur sei kein gemeinsames nordisches Eigentum, sondern ausschließlich altnorwegisch. Die altisländische Literatur gehöre zum altnorwegischen Kulturkreis. Altdänisch und Altschwedisch seien zwar mit dem Altnorwegischen verwandt, aber deutlich davon zu unterscheiden. [3]
Später bildete sich die Norwegische Historische Schule um Rudolf Keyser (1803 - 1864) und Peter Andreas Munch (1810 - 1863), die drei Jahrzehnte für nationalistisch gefärbte Diskussionen sorgte. [3] Aus dieser Schule stammt die Theorie, die Nordgermanen seien aus dem Norden nach Skandinavien eingewandert und nicht über Dänemark. Das bedeute dieser Ansicht nach, dass das alte Kulturzentrum nicht in Dänemark, sondern in Norwegen gelegen habe. Darüber hinaus seien die Dänen aus einer Mischbevölkerung von Nord- und Südgermanen hervorgegangen, so die These. [3]
Seit 1851 arbeitete Munch an Det Norske Folks Historie ("Die Geschichte des norwegischen Volkes"). Das Werk hatte 6600 Seiten, und der Umfang konnte schon dem oberflächlichsten Betrachter deutlich machen, dass das Land bereits vor der Dänenzeit eine vorzeigbare Geschichte hatte. [3]
Die Norwegische Historische Schule war romantisch und nationalistisch und stärkte das Selbstbewusstsein der Nation im neuen Staat. [3] Um die Dänenzeit hat sie sich wenig gekümmert. Die Dänenzeit wurde erst in den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts von nachromantischen Geschichtswissenschaftlern wie J.E. Sars untersucht. [3] Die Norwegische Historische Schule wollte dem Volk im neu gegründeten Staat seine glorreiche Vergangenheit vorführen. Sie wollte die alte Geschichte und den neuen Staat zusammenknüpfen. [1]
Die Nationalromantiker betonten den Zusammenhang der ländlichen Kultur mit der großen, vor-dänischen Zeit Norwegens. Nach Ansicht der Romantiker hatte die Landbevölkerung die Bräuche, Sprache, Lieder, Sagen und Denkweisen aus der Zeit der norwegischen Könige mehr oder weniger unverdorben erhalten und war somit "echter" und norwegischer als die Stadtbevölkerung. Der norwegische Bauer war auch niemals Leibeigener gewesen und konnte von den Liberalen als Verkörperung des norwegischen Freiheitswillens benutzt werden. [3]
1833 veröffentlichte Andreas Faye (1802-1869) seine Norske Sagn. Er war zwar angeregt von Jakob Grimm, schrieb aber im Geiste von Aufklärung und Rationalismus: Er betrachtete die Märchen als Produkte von Aberglauben und Unwissenheit. [3]
Die Norske Folke-eventyr ("Norwegische Volksmärchen") von 1841 von Jørgen Moe und Peter C. Asbjørnson waren dahingegen nicht aufklärerisch, sondern romantisch geprägt. Der Stil, der von den beiden Märchen-Sammlern entwickelt wurde, war weniger schriftsprachlich und mehr umgangssprachlich. Der "mündliche" Stil der Märchensammlung war eine Voraussetzung für den freieren Stil späterer Schriftsteller. [7]
1852/53 erschienen Magnus B. Landstads Norske Folkeviser ("Norwegische Volkslieder"), und zwar in einer Rechtschreibung, die an die altnordische angelehnt war. Einerseits, weil die verschiedenen norwegischen Dialekte, in denen die Lieder aufgezeichnet wurden, keine normierte Rechtschreibung hatten, andrerseits, weil die archaisierende oder etymologische Schreibweise den Zusammenhang mit dem Altnordischen deutlicher machte. [3]
Parallel zu den zwei Kulturen Norwegens gab es zwei Sprachen: in der Oberschicht das Dänische, im Rest der Bevölkerung die norwegischen Dialekte. Die Dialekte wurden zwar von der Mehrheit der Bevölkerung gesprochen, hatten aber keine schriftliche Tradition. Die patriotischen norwegischen Literaten bereicherten ihr Dänisch zwar mit einzelnen volkssprachlichen Ausdrücken, aber der Abstand zwischen den beiden Sprachen blieb beträchtlich.
In den Jahren nach 1814 entstand eine Diskussion über die Bedeutung des Wortes norsk ("norwegisch"). Die gebildeten Norweger benutzten das geschriebene Dänisch als Kultursprache. Einige argumentierten, dass dieses Dänisch auch von norwegischen Schriftstellern wie Ludvig Holberg mitgestaltet worden war und somit gemeinsamer Besitz von Dänen und Norwegern war. Sollte man diese gemeinsame Schriftsprache also als "norwegisch" bezeichnen? Oder sollte man nur die norwegischen Dialekte so bezeichnen? In den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts setzte sich trotz dänischer Proteste die erste Auffassung durch. [7]
Der erste Sprachstreit 1816 galt den Sagaübersetzungen von Jacob Aall (1773 - 1844). Er hatte in seiner Übersetzung einige Begriffe verwandt, die aus den norwegischen Dialekten stammten, die aber auch im Schwedischen vorkamen. Kritiker der Übersetzung sahen darin Zeichen einer drohenden sprachlichen Annäherung an Schweden. Man bedenke, dass der norwegische Staat erst 1814 gegründet worden war, in Personalunion mit Schweden war und noch Gefahr lief, "schwedifiziert" zu werden. [7] Siehe auch Geschichte Norwegens.
Norwegen befand sich Mitte des 19. Jahrhunderts in der eigenartigen Situation, dass man zwar einen eigenen Staat hatte, aber keine eigene Sprache. Man hatte sich notdürftig damit beholfen, dass man die dänische Sprache zur gemeinsamen dänisch-norwegischen Sprache erklärte und norwegisch nannte, aber das war auf Dauer wenig befriedigend. Dies führte zu unterschiedlichen Vorschlägen, das Problem zu lösen.
Einige norwegische Literaten versuchten, ihre dänische Schriftsprache mit norwegischen Dialektausdrücken zu bereichern. Die Mundarten, die zu diesem Norwegisieren des Wortschatzes verwendet werden konnten, hatten kein hohes Ansehen. Zwar war der sprachwissenschaftliche Zusammenhang zwischen dem Altnordischen und den neunorwegischen Dialekten schon bekannt, aber daraus wurden keine nennenswerten Konsequenzen gezogen. [8]
In den 30er-Jahren eiferten Henrik Wergeland und seine Parteigänger für norskhet ("Norwegertum") auch in der Sprache. Er und seine Anhänger forderten, sich nicht nur politisch, sondern auch sprachlich von Dänemark zu trennen. [7]
Peter Andreas Munch, Mitglied der Norwegischen Historischen Schule, sah eine eigene Sprache als das wichtigste Merkmal einer eigenen Nation an. Er schlug 1832 und 1845 vor, die altnorwegische Sprache wiederzubeleben. [7]
In den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts sammelte Ivar Aasen (1813 - 1896) Dialektmaterial, woraus er das Landsmål (Nynorsk) schuf, das er als Ersatz des Dänischen propagierte. Als Romantiker und Sprachwissenschaftler hatte er klare Vorstellungen von Sprachen:
Wie die Norwegische Historische Schule knüpfte auch Aasen bewusst an die vor-dänische Zeit an, die Dänenzeit war seiner Meinung nach nur ein nicht-organisches, nicht dazu gehörendes Zwischenspiel, das sprachlich keine Folgen haben brauchte, wenn man den sprachlichen Verfall - besonders im Østlandet und in den Städten - wieder behob. [3] [9]
Aasens Ideen wurden beim Publikum, also bei der Oberschicht, gut aufgenommen. Sie passten in die damalige Zeit mit ihrer Rückbesinnung auf glorreiches Altes, mit ihrer patriotischen Gesinnung und mit ihrer Bauernverherrlichung: der freie norwegische Bauer als der Bewahrer der alten Kultur und Sprache. Allerdings hatte Aasens Sprachprogramm nicht nur eine nationalromantische, sondern auch eine soziale Wurzel. [9] [7]
Als die Bauern in den Jahrzehnten nach 1814 zusammen mit der liberalen Opposition mehr Teilnahme am politischen Leben verlangten, sah der Beamtenstand in ihm immer weniger den natürlich lebenden Freibauern und immer mehr eine politisch-kulturelle Bedrohung. [9] In ähnlicher Richtung wirkten die Revolutionen auf den Festland 1830 (z.B. Julirevolution) und 1848/49 (z.B. Februarrevolution 1848, Märzrevolution). Zudem wurde immer mehr über die Landbevölkerung bekannt, das Zweifel weckte an der Richtigkeit und Natürlichkeit der ländlichen Lebensweisen, besonders durch die Untersuchungen des Soziologen Eilert Sundt in den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts. [3] Der nationalromantischen Bauernverherrlichung haben diese Entwicklungen sicher geschadet.
Die Nationalromantik hatte ihre beste Zeit um 1845 - 1850. [2]
Auf literarischem Gebiet machen sich in den 50er Jahren Skepsis und Zweifel breit [2], und das waren keine romantischen Grundhaltungen. Der Dichter und Philosoph Søren Kierkegaard wurde einflussreicher, in geringerem Maße Satiriker wie Heinrich Heine. [2]
Auf dem Gebiet der Bildenden Künste wirkte die Nationalromantik länger: Die historisierenden Stile, besonders die Neugotik, sind wohl nicht denkbar ohne die Romantik. Typisch für Norwegen ist der Drachenstil in den 90er-Jahren des 19. Jahrhunderts. Dies war der einzige Neo-Stil, der auf altnorwegischen Elementen beruhte. Als die Personalunion mit Schweden 1905 aufgelöst wurde, geriet der Drachenstil in den Hintergrund. [10] Er war nicht nur eine Mode in der Kunst, sondern auch ein Ausdruck der anti-unionistischen Haltung vieler Norweger vor 1905. Nach der Unionsauflösung 1905 war seine politisch-demonstrative Funktion nicht mehr nötig.
Nach 1870 übte die Nationalromantik ihren Einfluss nicht mehr unter Akademikern aus, sondern unter "Laien". [3] Der Haupterbe der Nationalromantik in den Jahrzehnten danach war die Landsmålbewegung. Damit verwandt war die Idee der Folkehøgskolene (entstanden aus der christlichen Romantik von Nikolai Grundtvig). [3]
Allgemeinere, auch europäische Folgen sind: