Borbetomagus oder Bormitomagus ist der keltische Name einer Ansiedlung auf dem Gelände der heutigen Stadt Worms in Rheinhessen (Rheinland-Pfalz). In alten Schriften finden sich beide Schreibweisen.
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Die beiden überlieferten Namensformen enthalten das auch aus anderen Ortsnamen bekannte keltische Grundwort -magos ("Feld", vielleicht auch "unbefestigte Siedlung"). Für das erste Element borbeto- werden von Sprachwissenschaftlern im Wesentlichen zwei Erklärungen vertreten. Zum einen wird es auf das keltische Wort *borba ("Flüssiges, Schmutz") zurückgeführt, was auf die Lage im wasserreichen und sumpfigen Gebiet zwischen Eisbach- und Pfrimm-Mündung hinweisen würde. Die Wortwurzel *bherm ("sprudelndes Wasser") wird dagegen für eine Deutung als "Quellen-Feld (-Siedlung)" herangezogen.
Während diese beiden Deutungen in fast allen wissenschaftlichen Werken vertreten werden, wird in populären und esoterischen Veröffentlichungen gern eine Interpretation als "Land der Göttin Borbet" angeführt. Eine solche Göttin ist allerdings weder in antiken Quellen oder Inschriften, noch in keltischen Überlieferungen auf den britischen Inseln bekannt. Sie soll die heidnische "Vorgängerin" der christlichen Heiligen St. Warbeth sein, einer der drei heiligen Jungfrauen, die auch im Wormser Dom dargestellt sind. In Sprachwissenschaft und Archäologie wird diese These jedoch bis heute abgelehnt.
Durch einen späteren Lautwandel wandelte sich das anlautende B zu W. So wurde schließlich Borbetomagus in der Sprache der germanischen Siedler im Frühmittelalter zu Warmazfeld, Warmazia/Varmacia, Wormazia/Wormatia und am Ende Worms.
Als um die christliche Zeitenwende die Römer in die Gegend von Worms kamen, war die keltische Bevölkerung vermutlich stark im Niedergang begriffen oder sogar schon nicht mehr vorhanden. Deshalb förderten sie hier die Ansiedelung des germanischen Volksstamms der Vangionen und nannten die Civitas, deren Hauptort Borbetomagus wurde, Civitas Vangionum, was man frei etwa mit Stammessitz der Vangionen übersetzen könnte. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde der Name abgewandelt und ist heute im Wort Wonnegau für die Umgebung von Worms erhalten.
Aus augusteischer Zeit sind bisher nur wenige Terra Sigillata-Scherben bekannt. Trotzdem wird Worms als älteste Stadt Deutschlands diskutiert. Spätestens seit tiberischer Zeit ist durch die Stationierung verschiedener Auxiliareinheiten (unter anderem die berittenen Truppen der ala I Hispanorum, ala Sebosiana, ala Agrippiana, ala Indiana) ein römisches Lager mit Zivilsiedlung (vicus) sicher anzunehmen. Zeugnis der Anwesenheit verschiedenen Truppen sind vor allem die Grabsteine der Auxiliarsoldaten, die das Museum der Stadt Worms im Andreasstift beherbergt.
Nach der Vorverlegung der Truppen vom Rhein an den Odenwaldlimes war Worms zivil geprägter Hauptort der bereits vorher bestehenden Civitas Vangionum. Neben dem Straßennetz sind Strukturen im Domareal bekannt, die wohl zum Forum und zum Jupitertempel gehörten. Mehrere Töpferöfen wurden im Süden der Stadt ausgegraben. Neben einer im Umfeld anzusiedelnden Ziegelei wurden hier die Wormser Gesichtskrüge hergestellt. Die bedeutendsten Funde stammen jedoch aus den römischen Gräbern, die 2006 umfassend vorgelegt wurden.
In der Spätantike wurde Worms erneut Grenzstadt und Kastell, in dem die milites secundae Flaviae stationiert waren. Aus wohl valentinianischer Zeit stammt die spätantike Stadtmauer, die an St. Paul und nordwestlich des Domareals noch teilweise erhalten ist.