Ulrich Duchrow (* 1935) ist Theologe und Wissenschaftsethiker.
Der Befreiungstheologe wirkt als Professor für Systematische Theologie (evangelisch) an der Universität Heidelberg und zählt zu den renommiertesten Kritikern des globalen Kapitalismus. Er ist Mitbegründer von Kairos Europa, einem Netzwerk, das sich im Rahmen des Konziliaren Prozesses unter anderem für gerechtere Wirtschaftsbeziehungen einsetzt.
In dem Aufsatz "Ein Briefwechsel zwischen Arm und Reich und seine Folgen" (siehe Bibliografie) setzte Duchrow sich zuletzt energisch für weltweite demokratische Menschenrechte ein und unterzog den Neoliberalismus einer kritischen Analyse. Er mahnte an, dass Christen sich ihrer wichtigsten Aufgabe und der Wurzeln christlicher und biblischer Ansprüche besinnen sollten. Das Zentrum seiner Arbeit bildet die Frage, wie die Kirche auf die wirtschaftliche Globalisierung nach neoliberalem Modell antworten kann. Passend hierzu war Duchrow am 31.10.2008 (Reformationstag) neben Frank Crüsemann, Heino Falcke, Christian Felber, Kuno Füssel, Detlef Hensche, Siegfried Katterle, Arne Manzeschke, Silke Niemeyer, Franz Segbers, Ton Veerkamp und Karl Georg Zinn Erstunterzeichner des Aufrufs Frieden mit dem Kapital? Ein Aufruf wider die Anpassung der Evangelischen Kirche an die Macht der Wirtschaft.([1])
"Deren Wirkung [gemeint ist der weltweite Einzug des Neoliberalismus] auf Menschen und Natur ist in allen Ländern so zerstörerisch, dass niemand mehr davor die Augen verschließen kann - am wenigsten die Kirchen, die ja den Menschen gute Nachricht bringen sollen. In diesem Prozess fordern nun vor allem die Kirchen des Südens, dass die weltweite Christenheit gemeinsam gegen den Neoliberalismus und für eine Wirtschaft im Dienst des Lebens Stellung beziehen muss."
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Duchrow, Ulrich |
| KURZBESCHREIBUNG | Theologe und Wissenschaftsethiker |
| GEBURTSDATUM | 1935 |