vorlagen-zauber.net




Web-Empfehlungen:




Pseudomonas aeruginosa



Pseudomonas aeruginosa
Pseudomonas aeruginosa

Pseudomonas aeruginosa

Systematik
Klasse: Gammaproteobacteria
Ordnung: Pseudomonadales
Familie: Pseudomonadaceae
Gattung: Pseudomonas
Art: Pseudomonas aeruginosa
Wissenschaftlicher Name
Pseudomonas aeruginosa
Migula 1900

Pseudomonas aeruginosa (von lat. aerugo Grünspan) ist ein Gramnegatives, Oxidasepositives Bakterium der Gattung Pseudomonas, das im Jahre 1900 von Walter Migula entdeckt wurde.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Vorkommen
  • 2 Aussehen
  • 3 Stoffwechsel
  • 4 Pathogenität
  • 5 Therapie
  • 6 Einzelnachweise
  • 7 Literatur
  • 8 Weblinks

[Bearbeiten] Vorkommen

Das Bakterium ist ein weitverbreiteter Boden- und Wasserkeim (Nasskeim), der in feuchten Milieus vorkommt (neben feuchten Böden und Oberflächengewässern auch in Leitungswasser, Waschbecken, Duschen, Toiletten, Spülmaschinen, Dialysegeräten, Medikamenten und Desinfektionsmitteln). In der Hygiene gilt es daher als bedeutender nosokomialer Keim. Aber auch als Lebensmittelverderber spielt es eine erhebliche Rolle, was Isolate aus Pflanzen, Früchten, Lebensmitteln und dem Darmtrakt von Mensch und Tier belegen.

[Bearbeiten] Aussehen

Das Stäbchen kann 2-4 µm groß werden und besitzt büschelige lophotriche Flagellen. Haftfimbrien ermöglichen es dem Bakterium sich an Oberflächen festzusetzen. Auf der äußeren Zellmembran ist ein Exopolysaccharid (Alginat) wie eine Kapsel aufgelagert. Es schützt vor Phagozyten und Antikörpern und wirkt dem Transport aus dem Respirationstrakt entgegen.

[Bearbeiten] Stoffwechsel

P. aeruginosa mit gelb-grünen Pyocyanin-Pigment auf Cetrimid Agar-Agar.
P. aeruginosa mit fluoreszierenden Pigment unter UV-Licht auf Cetrimid Agar-Agar.

P. aeruginosa ist nicht zur Gärung befähigt und kann daher aerob existieren. In seltenen Fällen stellt es aber auch auf eine anaerobe Lebensweise um (siehe Mukoviszidose). P. aeruginosa wird daher auch den Nonfermentern zugeordnet. In verschiedenen Nährmedien (z.B. Cetrimid-Agar) setzt es Farbstoffe wie Pycocyanin, Pyoverdin (= Fluorescein), Pyorubin und Pyomelanin frei. Meist ist es auf Agar ?metallisch-grün? glänzend. Charakteristisch ist dabei ?lindenblütenartiger? süßlicher Geruch (Gummibärchengeruch).

Neuere Forschungsergebnisse zeigen auf, dass P. aeruginosa mit Hilfe des Verdauungsenzyms SdsA sogar Natriumlaurylsulfat (SDS) verstoffwechseln kann. Dadurch ist das Bakterium in der Lage, auch dort zu überleben wo andere Bakterien aufgrund der hohen SDS-Konzentration abgetötet werden, beispielsweise in Shampoos.[1]

[Bearbeiten] Pathogenität

Gramfärbung von
P. aeruginosa

Das Bakterium ist ein nosokomialer Keim, der durch seinen Stoffwechsel und seine Zellmembranstruktur Mehrfachresistenzen gegenüber Antibiotika aufweist. [2] Das Spektrum an Krankheiten, welche durch diese Bakterien verursacht werden, ist umfangreich. Auslöser dafür sind zum Einen die Fähigkeit zur Hämolyse und zum Anderen Pathogenitätsfaktoren wie das Exotoxin A (ADP-Ribosyltransferase) sowie die Cytotoxine Exoenzym S und Exoenzym U, die das Bakterium produziert. Das häufigste Erscheinungsbild sind Pneumonien bei zystischer Fibrose, die vor allem bei Immunsupprimierten und AIDS-Patienten besonders schwerwiegend sind. Harnwegsinfekte, Enterocolitis, Meningitis, Otitis externa ("swimmer's ear") oder Infektionen auf Wundverbrennungen können ebenfalls ausgelöst werden.

Der Speziesname von P. aeruginosa bezieht sich in der Veterinärmedizin auf die blau-grüne Färbung des Eiters an lokalen eitrigen Infektionskrankheiten. Im Folgenden werden die häufigsten tiermedizinischen Befunde aufgelistet:

[Bearbeiten] Therapie

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. ? Gregor Hagelüken et al. (2006): The crystal structure of SdsA1, an alkylsulfatase from Pseudomonas aeruginosa, defines a third class of sulfatases In: PNAS, Bd. 103, S. 7631-7636 PMID 16684886 doi:10.1073/pnas.0510501103
  2. ? Kozlova, E. V., L. A. Anisimova, et al. (1989): [Antibiotic resistance in clinical strains of Pseudomonas aeruginosa isolated from 1979-1984]. In: Antibiot Khimioter 34(1): 24-8. PMID 2499281

[Bearbeiten] Literatur

Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchenlehre von Rolle/Mayr, Enke Verlag, Stuttgart 2007

[Bearbeiten] Weblinks

Gesundheitshinweis
Bitte beachten Sie den Hinweis zu Gesundheitsthemen!





Home | Impressum