Anna Elisabeth Rosmus (heute Anja Rosmus-Wenninger) (* 1960 in Passau) ist eine deutsche Autorin.
Anlässlich des Aufsatzwettbewerbs Alltag im Dritten Reich befasste sich Anna Rosmus als 20-jährige Abiturientin mit der Rolle ihrer Heimatstadt Passau während dieser Zeit und dem Schicksal der Passauer Juden. Bei ihren Nachforschungen stieß sie auf Widerstände. Drei Jahre lang wurde ihr der Zugang zum Stadtarchiv Passau verweigert, bis sie sich die Akteneinsicht vor Gericht erstritt. Dabei kam zum Vorschein, dass zahlreiche führende Passauer Persönlichkeiten aktive Nationalsozialisten waren, dies war jedoch in anderen deutschen Städten wenig anders. Die Ergebnisse ihrer Recherchen fasste sie 1983 in dem Buch Widerstand und Verfolgung am Beispiel Passaus 1933-1939 zusammen. 1984 wurde sie mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet. Die Anfeindungen und Bedrohungen (Morddrohungen und Werfen mehrerer Molotov-Cocktails durch die Wohnzimmerfenster) durch Bürger ihrer Heimat, die sie als Nestbeschmutzerin ansahen, veranlassten sie, 1994 ihre Heimatstadt zu verlassen und in die USA zu emigrieren. Sie lebt heute nahe Chesapeake Bay in Maryland. Ihre Lebensgeschichte diente Michael Verhoeven 1990 als Vorbild für seinen Film Das schreckliche Mädchen. Weiter wurden ihr der Heinz-Galinski-Preis, der Holocaust Memorial Award, der Sarnat Preis und Conscience in Media Award der American Society of Journalists and Authors verliehen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rosmus, Anna Elisabeth |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Autorin |
| GEBURTSDATUM | 1960 |
| GEBURTSORT | Passau |