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Ernst Rudolf Huber



Ernst Rudolf Huber (* 8. Juni 1903 in Oberstein; ? 28. Oktober 1990 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Staatsrechtler. Besonders bekannt ist er für seine "Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789", die ab 1957 erschien.

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Leben
  • 2 Werke (Auszug)
  • 3 Sekundärliteratur
  • 4 Weblinks

[Bearbeiten] Leben

Huber ist ein Schüler des bekannten und umstrittenen Staatsrechtlers Carl Schmitt, bei dem er 1926 über ein staatskirchenrechtliches Thema zu Artikel 138 der Weimarer Reichsverfassung promovierte. Nach der Habilitation 1931 bei Heinrich Göppert mit einer wirtschaftsrechtlichen Arbeit wurde er zunächst als Privatdozent an der Universität Bonn tätig. 1932 war er unter der Leitung von Carl Schmitt als Rechtsberater der Präsidialkabinette von Papen und von Schleicher tätig.

Bereits zur Zeit der Weimarer Republik entwickelte er eine kritische Haltung gegenüber dem Verfassungspositivismus. Huber wurde am 28. April 1933 an die Universität Kiel berufen. Dort war er Nachfolger des renommierten Staatsrechtslehrers und Richters am Ständigen Internationalen Gerichtshof in Den Haag Walther Schücking, der aus politischen Gründen auf der Grundlage des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums am 25. April 1933 zunächst beurlaubt und noch im selben Jahr aus dem Staatsdienst zwangsweise entlassen wurde. Huber bildete mit seinen Kollegen Georg Dahm, Karl Larenz, Karl Michaelis, Paul Ritterbusch, Friedrich Schaffstein und Wolfgang Siebert die sogenannte Kieler Schule, die für eine Rechtserneuerung im Sinne des NS-Regimes eintrat. Am 1. Mai 1933 trat Huber der NSDAP bei. 1937 folgte er einem Ruf an die Universität Leipzig und 1941 an die im Elsass neu gegründete Reichsuniversität Straßburg.

Huber war in der Zeit des Nationalsozialismus einer der führenden Staatsrechtler und legte 1937 eine Gesamtdarstellung des nationalsozialistischen Führerstaates vor ("Verfassung"), die 1939 unter dem Titel "Verfassungsrecht des Großdeutschen Reiches" in 2. Auflage erschien. Weiterhin hat er eine Studie zur Militärverfassungsgeschichte ("Heer und Staat in der deutschen Geschichte", 1938) sowie ideengeschichtliche Aufsätze verfasst. Huber war von 1934 bis 1944 neben Hermann Bente und Andreas Predöhl einer von drei Herausgebern der Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft.

Mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches war Hubers akademische Karriere für längere Zeit unterbrochen. Bis 1956 war er aus der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer ausgeschlossen. Erst 1952 erhielt er eine Honorarprofessur an der Universität Freiburg im Breisgau, wurde 1957 an die Hochschule für Sozialwissenschaften Wilhelmshaven-Rüstersiel berufen und war seit Eingliederung dieser Hochschule in die Universität Göttingen von 1962 bis 1968 dort tätig.

Neben der monumentalen "Deutschen Verfassungsgeschichte seit 1789", die in acht Bänden mit über 7.700 Seiten zwischen 1957 und 1991 erschien, hat Huber das wichtige Lehrbuch zum Wirtschaftsverwaltungsrecht 1953/1954 in 2. Auflage vorgelegt.

Huber war seit 1933 mit Tula Simons, einer Tochter des Reichsgerichtspräsidenten Walter Simons verheiratet. Diese war in der Weimarer Zeit Assistentin von Carl Schmitt. Aus dieser Ehe stammen der derzeitige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und Berlin-Brandenburger Landesbischof Wolfgang Huber und der Bonner Zivilrechtsprofessor Ulrich Huber.

[Bearbeiten] Werke (Auszug)

[Bearbeiten] Sekundärliteratur

[Bearbeiten] Weblinks

Personendaten
Huber, Ernst Rudolf
deutscher Staatsrechtler
8. Juni 1903
Oberstein
28. Oktober 1990
Freiburg im Breisgau





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