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Kalkulatorische Kosten



Die kalkulatorischen Kosten bezeichnen Kosten, welche nicht mit realen Geldströmen (den pagatorischen Kosten) übereinstimmen, sondern vielmehr zu den Kosten hinzugerechnet werden, um erwartete Gewinne und antizipierte Kosten bereits in der Produktkalkulation einfließen zu lassen bzw. um eine faire, vergleichbare Kostenstruktur im Rahmen einer Profit-Center-Rechnung zu erzeugen. Diese ergeben sich aus der Summe der kalkulatorischen AfA (Absetzung für Abnutzung) plus der kalkulatorischen Zinsen.

[Bearbeiten] Beispiele für kalkulatorische Kosten

[Bearbeiten] Beispiel

Ein Filialnetzwerk einer mittelgroßen Regionalbank, beispielsweise einer Sparkasse. 20 Filialen, davon 10 im Besitz der Bank (Filialtyp A), 5 günstig angemietet (Filialtyp B), 5 in guter Lage (Filialtyp C), teuer angemietet. Sonstige Kosten pro Filiale vergleichbar (10 000 EUR / Monat), Erträge pro Filiale (30 000 EUR / Monat):

Klassische Profit-Center-Rechnung
  Filialtyp A Filialtyp B Filialtyp C
Erträge 30 30 30
Filialkosten (incl. Kapitalkosten) 1 5 10
sonstige Kosten 10 10 10
Nettoertrag 19 15 10
Aufwand-Ertrag-Verhältnis (cost-income ratio) 53% 67% 100%

In vielen Fällen hat allerdings das Management der einzelnen Filiale wenig Einfluss auf die Filialkosten, so dass aus einem solchen Vorgehen falsche Steuerungsimpulse resultieren. Deswegen geht man in einer modernen Profit-Center-Rechnung dazu über, in Fällen wie dem oben dargestellten, kalkulatorische Kosten einzusetzen. D. h. allen Filialen werden gleichermaßen durchschnittliche Mietkosten angerechnet:

Moderne Profit-Center-Rechnung
  Filialtyp A Filialtyp B Filialtyp C
Erträge 30 30 30
kalkulatorische Filialkosten 5 5 5
sonstige Kosten 10 10 10
Nettoertrag 15 15 15
Aufwand-Ertrag-Verhältnis 67% 67% 67%

Die Differenz echter und kalkulatorischer Mietkosten wird dagegen oft einem neugebildeten Profit-Center zugewiesen, welches dann für die Optimierung der Filialkosten verantwortlich zeichnet:

Moderne Profit-Center-Rechnung
  Zentrales Filialoffice Berechnung
Erträge (kalkulatorische Filialkosten) 100 20 * 5
echte Filialkosten 85 10+25+50
Nettoertrag 15 15

Neben den im Beispiel verwendeten Komponenten kalkulatorischer Kosten den kalkulatorischen Zinsen für den Eigenkapitaleinsatz sowie der kalkulatorischen Miete und kalkulatorischen Abschreibungen werden oft auch kalkulatorische Wagnisse und ein kalkulatorischer Unternehmerlohn berücksichtigt.

[Bearbeiten] Siehe auch






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