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Die Erziehungsstelle ist eine konkrete Ausgestaltung der Heimunterbringung. Sie ist als stationäre Erziehungshilfe nach § 27 und § 34 SGB VIII eine erzieherische Hilfe der Kinder- und Jugendhilfe. Erziehungstellen werden meist von freien Trägern betrieben.

Die Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, die aufgrund psychischer und sozialer Beeinträchtigungen kontinuierlich eine Bezugsperson brauchen, sowie einen überschaubaren, fachlich und institutionell abgesicherten familienähnlichen, kleinen Rahmen benötigen. Bis zu zwei Kinder bzw. Jugendliche und eine Fachkraft sowie eventuell auch Angehörige, bilden eine Lebensgemeinschaft. Der Unterschied zur Pflegefamilie liegt v. a. im besonderen Betreuungsbedarf der Kinder/Jugendlichen (Verhaltensauffälligkeiten wie z.B. Auto- oder Fremdaggression) und der daraus resultierenden Erforderlichkeit, dass wenigstens eine betreuende Bezugsperson eine pädagogische Ausbildung hat.

Das Aufnahmealter reicht bis zum 15. Lebensjahr, wobei in Ausnahmefällen auch darüber hinaus aufgenommen wird. Der Betreuerschlüssel liegt optimal bei 2 zu 1, das heißt, dass kontinuierlich eine Fachkraft die Arbeit in einer Erziehungsstelle für zwei Kinder/Jugendliche leistet. Ausnahmen bilden Krankheit und Urlaub, wofür eine Vertretung bereitgestellt wird - darüber hinaus gibt es keine ZuarbeiterIn, Hauswirtschaftskraft oder Fachkräfte für einen Ausgleich. Die Vertretungsregel wird überall individuell gehandhabt. Der Krankheitsausfall in Erziehungsstellen ist jedoch äußerst gering, da viele Fachkräfte dort eher bereit sind, mit Kopfschmerzen oder Erkältungen ihren "Dienst" fortzusetzen. Urlaub ohne zu Verreisen ist kaum möglich, da die eigene Wohnung auch die der zu Betreuenden sind.

In den meisten dieser Angebote werden Koordinatoren oder Gremien geschaffen, um diverse Probleme zu besprechen, zu reflektieren und aber auch zu kontrollieren.

Vorteile für die Kinder und Jugendlichen sind die ständige und nicht wechselnde Anwesenheit und Bereitschaft der Fachkraft, und die familienähnliche Einbindung in deren Lebenswelt (Bekannte/Freunde, Hobbys etc.). Es werden Lebenserfahrungen im Modellernen gesammelt, die in den meisten üblichen Heimgruppen nicht gemacht werden können:

usw. Somit bietet eine Erziehungsstelle viele Orientierungshilfen und Lernansätze für das Klientel, zusätzlich zu den üblichen pädagogischen Vorgehensweisen.

Normalerweise dauert die Unterbringung bis zur Verselbstständigung oder dem Übergang in eine andere Hilfeform, wie das betreute Jugendwohnen, an. Aber auch eine Rückführung in die Herkunftsfamilie ist möglich.

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