Rudolf Beer (* 21. August 1885 in Graz; ? 9. Mai 1938 in Wien) war ein bedeutender österreichischer Theatermann der Zwischenkriegszeit.
Der Schauspieler und Regisseur leitete 1918 bis 1921 das Brünner Stadttheater, 1921-24 das Wiener Raimund-Theater und 1924 bis 1932 das Volkstheater in Wien.
1932 wurde er kurzfristig als Nachfolger Max Reinhardts ans Deutsche Theater Berlin berufen, seine Tätigkeit fand aber infolge der Machtergreifung Hitlers schon 1933 ihr Ende. 1933 bis 1938 leitete Beer die Scala Wien, 1938 wurde er nach dem Einmarsch der deutschen Truppen und dem Anschluss Österreichs während einer Vorstellung von Calderóns "Der Richter von Zalamea" vom NS-Betriebszellenleiter Erik Frey gemeinsam mit Robert Valberg aus einer Loge nach draußen geholt. Er sollte zur Einvernahme in die Josefstädterstraße 39. Von dort wurde Beer von Nazi-Schlägern in Richtung Höhenstraße gefahren. Im Wienerwald warfen sie den schwer misshandelten Mann aus dem Auto. In seiner Wohnung am Lerchenfelder Gürtel nahm er sich am 9. Mai 1938 das Leben, indem er den Gashahn aufdrehte.
Rudolf Beer war besonders um die Förderung der zeitgenössischen Literatur mit Autoren wie Frank Wedekind, Georg Kaiser und Ferdinand Bruckner bemüht.
Am 14. März 1930 wurde Beer als Bürger der Stadt Wien ausgezeichnet.
Seine Grabstätte befindet sich auf dem Hauptfriedhof in Graz (Feld 16d/III/1).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Beer, Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Theatermann |
| GEBURTSDATUM | 21. August 1885 |
| GEBURTSORT | Graz |
| STERBEDATUM | 9. Mai 1938 |
| STERBEORT | Wien |