Friedrich Franz von Papen (auch häufig als Franz von Papen Jr. bezeichnet) (* 15. Juli 1911[1]; ? zwischen 1979 und 1985[2]) war ein deutscher Jurist und Geschäftsmann.
Friedrich Franz von Papen wurde 1911 als drittes von fünf Kindern und als einziger Sohn des Offiziers und späteren Reichskanzlers Franz von Papen und seiner Ehefrau, Martha Boch-Galhau, geboren. Seine Kindheit verbrachte Papen auf dem Gut seiner Eltern bei Werl.
Nach dem Abitur begann von Papen mit dem Studium der Rechtswissenschaften. Von 1931 bis 1932 verbrachte er ein Jahr seines Studiums an der katholischen Georgetown University in den Vereinigten Staaten. Während seines USA-Aufenthaltes lernte von Papen unter anderem den Diplomaten Wolfgang Gans Pulitz, der damals Kulturangelegenheiten an der deutschen Botschaft in Washington betreute[3], und Henry Adams, einen Kommilitonen an der Georgetown University, der später eine Biographie über von Papens Vater verfasste, kennen.
Bald nach der Ernennung seines Vaters zum Reichskanzler im Juni 1932 kehrte von Papen nach Deutschland zurück. In den Jahren 1932 bis 1934 erlebte er die maßgeblichen politischen Ereignisse ? die Kanzlerschaft seines Vaters, die Kanzlerschaft Kurt von Schleichers, die Amtsernennung Hitlers, die Vizekanzlerschaft seines Vaters und sein Sturz im Zuge der Ereignisse vom Juni/Juli 1934 ? aus nächster Nähe mit. Hans-Otto Meissner beschreibt Papen für diese Zeit als ?gutaussehend? und ?in seinem Verhalten keinen Anlass zu Klagen [gebend]?.[4] Eine weitere Bekanntschaft dieser Jahre, die ihn in ihren Memoiren als bemerkenswerte Persönlichkeit bezeichnet, war die amerikanische Diplomatentochter Martha Dodd.[5]
Später nahm Papen am Zweiten Weltkrieg teil, in dem er den Rang eines Hauptmanns erreichte. In der letzten Kriegsphase 1944/1945 wurde von Papen an der Ostfront verwundet.[6] Er verbrachte mehrere Wochen in einem Berliner Krankenhaus, bevor er Mitte März 1945 entlassen wurde. Zur Auskurierung seiner gebrochenen Hüfte begab er sich auf das Anwesen seines Schwagers Max von Stockhausen in der Nähe von Hirschberg in Westfalen.
Dort wurde von Papen kurz vor Ende des Krieges, am 9.[7] oder 10. April 1945[8] von Sergeant Steve Witchiko verhaftet, einem Angehörigen der 1. Kompanie des 194. Glider Infantry Regiments der amerikanischen Armee. Von 1945 bis 1946 nahm von Papen als Hilfsverteidiger seines Vaters an dem Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher teil. Zu diesem Zweck wurde er im Herbst 1945 provisorisch aus der amerikanischen Internierung entlassen. Nach dem Ende des Verfahrens wurde Papen endgültig aus der Haft entlassen.[9] Anschließend übernahm er die Verteidigung seines Vaters im Nürnberger Spruchkammerverfahren von 1947, und wirkte dann bis 1949 als enger Mitarbeiter von Hans Flächsner an weiteren Kriegsverbrecherprozessen mit, so bei der Verteidigung von Otto Steinbrinck während des Flick-Prozesses.[10] Nach dem Krieg korrespondierte Papen mit zahlreiche Persönlichkeiten der Zeitgeschichte wie Heinrich Brüning, Gottfried Treviranus und Miklos Horthy und Historikern wie Jürgen Arne Bach.
Spätestens ab 1955, bis mindestens 1963, wird von Papen als Geschäftsführer der Handelsgesellschaft Hugo Stinnes in Mühlheim erwähnt. In dieser Eigenschaft oblag von Papen die Verwaltung eines Jahresumsatzes von 600 bis 700 Millionen DM.[11] Ein gewisses öffentliches Aufsehen erregte von Papen außerdem, als er 1955 das Bundesfinanzministerium über die Existenz eines schweizerischen Geheimkontos informierte, das sein Vater während des Zweiten Weltkriegs im Auftrag der Reichsregierung gegründet hatte, mitteilte und dessen Devisen nach dem Abschluss des Deutsch-Schweizerischen Verrechnungsabkommens von 1952 wieder zugänglich geworden waren, und dessen Übergabe an das Finanzministerium von Papen schließlich in Zusammenarbeit mit dem Ministerium organisierte.[12]
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Papen, Friedrich Franz von |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Geschäftsmann |
| GEBURTSDATUM | 15. Juli 1911 |
| STERBEDATUM | zwischen 1979 und 1985 |