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Hausorden vom Weißen Falken



Der Hausorden vom Weißen Falken (oder auch Hausorden der Wachsamkeit genannt), war ein Orden des Großherzogtums Sachsen-Weimar.

Die Falkenjagd war im Mittelalter gewöhnlich die Belustigung der Vornehmen, und der Falke galt als Zeichen des Adels. Sogar Heinrich IV. nahm Falken in das Reichssiegel auf. Da dieser Vogel bis in das 18. Jahrhundert hinein große Verehrung genoss, lag es nahe, dass man ihm an Stelle des Adlers und anderer Tiere ein Ordenszeichen widmete.

Der Orden behielt Form und Namen seit seiner Stiftung am 2. August 1732. Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar, (der Großvater des bekannten späteren Großherzogs Carl August, der Goethe an seinen Hof berief) stiftete ihn mit der Genehmigung und zu Ehren Kaiser Karl VI., dessen General-Feldmarschallleutnant er war, und gab ihm den Titel "de la Vigilance". Im Laufe der Zeit verminderte sich aber die Zahl der Mitglieder so stark und der Orden verfiel. 1806 lebte nur noch ein Inhaber des Ordens, ein Ritter. Als Herzog Carl August nach 40-jähriger Regierung mit der Erhebung seines Landes zum Großherzogtum Großherzog wurde, mochte die Vergrößerung des Territoriums Veranlassung gegeben haben, einen Verdienstorden zu schaffen. Noch im selben Jahr erwachte der Hausorden der Wachsamkeit oder Hausorden vom Weißen Falken zu neuem Leben. So wurde er durch den Großherzog Karl August am 18. Oktober 1815[1] erneuert und unter der doppelten Bezeichnung Hausorden vom Weißen Falken oder Hausorden der Wachsamkeit neu belebt.

Kommandeur des Hausordens vom Weißen Falken (hier Gouverneur Wilhelm Solf, 1904)

Inhaltsverzeichnis

  • 1 Ordensklassen
  • 2 Ordensdekoration
  • 3 Ordensband und Trageweise
  • 4 Ordensträger
  • 5 Literatur

[Bearbeiten] Ordensklassen

Der Orden, der dem Besitzer die Pflicht auferlegte, der jeweiligen rechtmäßigen höchsten Nationalbehörde treu und ergeben zu sein, bestand anfangs aus drei Klassen:

  1. Großkreuz ? Zahl auf zwölf beschränkt, mit Ausnahme der Prinzen des Hauses
  2. Kommandeur ? fünfundzwanzig
  3. Ritterkreuz ? fünfzig

Am 18. Februar 1840 wurde die Ritterklasse um die vierte erweitert[1].

[Bearbeiten] Ordensdekoration

Der Orden besteht aus einem an einer Krone hängendem achtspitzigen goldgefasstem Malteserkreuz mit grüner Emaille. In den Kreuzarmwinkeln je ein rot emaillierter geschuppter Stern mit goldener Einfassung. Auf der Vorderseite liegt ein weiß emaillierter Falke mit ausgebreiteten Schwingen. Die Kreuzrückseite zeigte auf weißer Emaille einen grünen Stern. In der Kreuzmitte ein ovales Medaillon mit einem emaillierten Blau zeigte in goldenen Buchstaben die vierzeilige Ordensdevise ?vigilando ascendimus? (wachsam steigen wir empor). Alles wird von einem goldenen Lorbeerkranz und einer Krone umgeben. [1]

[Bearbeiten] Ordensband und Trageweise

Das Ordensband war einfarbig rot. Großkreuzer trugen den Orden als Schärpe über die rechte Schulter zur linken Hüftseite. Als Halsorden trugen ihn die zweite Klasse. Die Ritter wählten zwischen Knopfloch und linker Brustseite. Die Großkreuze hatten auch einen Bruststern, der ein achtstrahliger Ordensstern mit grünem Ordenskreuz belegt war und im goldenen runden Mittelschild einen weißen Falken zeigte. Ein blau emaillierter Reif trug die gleiche Ordensdevise wie die große Dekoration.

Bei besonderen Anlässen trug die erste Klasse den Orden an einer goldenen Kette. Abwechselnde Kettenglieder zeigten einen goldenen Falken und dann die Buchstaben "C.A.".

Tag des Ordensfestes war alljährlich der 18. Oktober.

[Bearbeiten] Ordensträger


Für Kriegsverdienste wurden die Ordenszeichen mit gekreuzten Schwertern verliehen.

[Bearbeiten] Literatur

  1. ? a b c d Beschreibung sämmtlicher Orden, deren Abbildungen in dem Farbendruck-Werk: "Die Orden, Wappen und Flaggen aller Regenten und Staaten", enthalten sind., Verfasser: ? , Leipzig, 1883-1887





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