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Stadt Bielefeld
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| Koordinaten: | 52° 4? N, 8° 31? O52.06666666678.5166666666791Koordinaten: 52° 4? 0? N, 8° 31? 0? O |
| Höhe: | 91 m ü. NN |
| Fläche: | 4,9 km² |
| Einwohner: | 4500 |
| Eingemeindung: | 1. Jan. 1973 |
| Postleitzahlen: | 33739, 33738 |
| Vorwahlen: | 05206, 0521 |
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| Lage von Theesen in Bielefeld | |
Theesen ist ein Ortsteil der kreisfreien Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen. Der Ortsteil gehört zum Stadtbezirk Jöllenbeck. Sein Motto lautet: ?Stadtnah im Grünen?.
Inhaltsverzeichnis
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Theesen liegt sechs Kilometer nördlich vom Stadtzentrum Bielefeld und drei Kilometer südlich von Jöllenbeck.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Theesen im Jahre 1151 als Tihedengusen. Namensdeutung: Ti-heden-gusen: Ti = ?Thing?, ?Versammlungsort?; -hede(n)=?Heide?; -gusen= mundartlich -chusen = -?hausen?. Tihedengusen: ?Ort an der Tiheide?.
Urnenfunde (1970) auf dem Sportplatz weisen auf frühe Besiedlung in der Eisenzeit (800 bis 300 v. Chr.) hin.
Um 1200 werden neun Bauernhöfe in einer Urkunde erwähnt, davon liegen vier Höfe im früheren Ortskern (Drubbel), fünf sind Einzelhöfe. Die meisten Höfe befinden sich noch heute an dem alten Hofplatz. Über Jahrhunderte hatte Theesen etwa 150 bis 200 Einwohner. Theeserinnen und Theeser lebten von den Erträgen der Landwirtschaft. Seit dem Mittelalter wurde auch Flachs (Grundstoff für die Leinenherstellung) angebaut, zunächst für den Eigenbedarf, seit der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde in Heimarbeit auch für den Verkauf gearbeitet. Viele Bauernhäuser (Kotten) zeigen noch heute durch mehrere, nebeneinander liegende Fenster, dass in ihnen Flachs verarbeitet wurde.
Anfang des 19. Jahrhunderts (ab 1807) gehörte der Ort zum Königreich Westphalen unter Jérôme, dem Bruder Napoléons. Von Februar 1811 bis Oktober 1813 verlief durch Theesen längs des Johannisbaches die Grenze zwischen dem Königreich Westphalen (Untertheesen) und dem Kaiserreich Frankreich (Obertheesen). Diese Jahre galten als Katastrophenjahre für den Leinenhandel und die Herstellung von Leinen.
Im Jahr 1930 wurde der südliche Teil Theesens (Untertheesen) nach Bielefeld eingemeindet. Theesen verlor ein Drittel seiner Bevölkerung von insgesamt 1800. Vom 1. Oktober 1930 bis 31. Dezember 1972 war Theesen als eigenständige Gemeinde Teil des Amtes Jöllenbeck im Kreis Bielefeld, zusammen mit Niederjöllenbeck, Oberjöllenbeck und Vilsendorf. Theesen, Jöllenbeck und Vilsendorf haben zusammen 21701 Einwohner (Stand 31. Dezember 2005). Sie bilden seit dem 1. Januar 1973 den nördlichen Stadtbezirk Bielefelds.
Theesen gehörte ursprünglich zum Kirchspiel Schildesche und die Verstorbenen wurden auf dem dortigen Friedhof beerdigt. Erst 1939 wurde der Friedhof in Theesen auf Initiative des Lehrers Eduard Sudbrack errichtet und eingeweiht. Heute ist für die evangelischen Gläubigen die evangelisch-lutherische Auferstehungsgemeinde Theesen zuständig. Hauptamtlicher Pastor ist Hagen Schillig. Die Kirche hat auch einen Förderverein, der u.a. den Großen Saal renovieren ließ und sich für die weitere Entwicklung und finanzielle Unterstützung der Gemeinde einsetzt.
In Theesen leben überdurchschnittlich viele Familien mit Kindern, vor allem in Ein- und Zweifamilienhäusern. Der Ausländeranteil liegt deutlich unterhalb des Bielefelder Durchschnitts.
Aus Anlass des Jubiläums ?850 Jahre Theesen? wurde 2001 ein Theesener Wappen entworfen. Es zeigt im unteren Teil die drei Ravensberger Sparren (Theesen: Ort in der Grafschaft Ravensberg); im oberen Teil einen Engel und fünf gestreute Sterne im blauen Feld. Engel und Sterne finden sich an vielen Torbögen Ravensbergischer Bauernhöfe. Der Engel im Theeser Wappen geht auf die Darstellung eines Engels auf dem Torbogen des Hauses Theesen Nr. 27 (Voltmannstr. 236) zurück. Dieser stammt aus dem Jahr 1789 und ist seit 2001 im Vorraum der Kirche aufgestellt.
Für Theesen zuständig ist die Bezirksvertretung des Stadtbezirks Jöllenbeck.
Zahlreiche kulturelle Einrichtungen und Vereine sind in Theesen tätig. Dazu zählen unter anderem:
Der VfL Theesen veranstaltet jedes Jahr ein großes Pfingstturnier (Internationales Fußball B-Junioren-Turnier), zu dem Mannschaften aus ganz Europa anreisen. Regelmäßig nehmen die Jugendmannschaften auch von großen Vereinen sowie Nationalmannschaften teil.
Wichtigste Straßen sind die Jöllenbecker Straße (nach Bielefeld Mitte und Babenhausen bzw. Jöllenbeck, L 783), die Theesener Straße und der Horstheider Weg (nach Schildesche) sowie der Telgenbrink (nach Vilsendorf).
Durch Theesen verkehren drei Buslinien. Tagsüber fahren mindestens vier Busse pro Stunde ins Zentrum.
Die Stadtbahnlinie 3 soll von Babenhausen-Süd bis Theesen (Homannsweg) verlängert werden, sobald entsprechende Fördergelder zur Vergütung stehen. Eine Planung liegt bereits vor. Nach aktuellem Stand ist aufgrund der Haushaltslage und der Einstufung der Strecke im Bedarfsplan des Landes mit einer Verwirklichung nach 2015 zu rechnen.
Zwei Kleinbahnstrecken durchquerten von ca. 1900 bis zum Beginn der 1950er Jahre Theesen:
Mit Einführung der Schulpflicht in Preußen (1717) gingen die Kinder aus Theesen vom 5. bis zum 12. Lebensjahr (später 13. Lebensjahr) nach Schildesche zur Schule. Der Schulbesuch war über Jahrzehnte unregelmäßig, weil Schulgeld zu zahlen war und die Kinder besonders im Sommer auf dem Feld und im Haushalt der Eltern mithelfen mussten.
Ab 1881 besuchten Theesener Kinder die neu erbaute Schule in Untertheesen. Sie lag in der Nähe der heutigen Stadtbahnhaltestelle Babenhausen-Süd. Wegen der wachsenden Zahl der Bevölkerung war bald ein Neubau erforderlich.
1909 wurde die Volksschule in Obertheesen bezogen. Bis 1968 diente das Gebäude als örtliche Volksschule. Jetzt ist das Gebäude ein Teil der Grundschule Theesen.
In Theesen leben: